Page - 642 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM642
Sammlungen in die Präsentation miteinbeziehen, was allerdings nur spär-
lich dokumentiert ist. Immerhin berichtete Jureczek zu einem Guckkasten
für Fotografien, der der Fideikommissbibliothek im Juli von der Generaldi-
rektion der habsburgischen Familienfonde übergeben worden war, er würde
„einen Anziehungspunkt unserer Ausstellung bilden, wenn Euer Hochwohl-
geboren es gestatten, dass derselbe zu einem Fenster gestellt wird“.792
Am 12. Dezember 1892 wandte sich Zhishman an die Generaldirektion, um
durch sie den Besuch des Kaisers in den neuen Bibliotheksräumlichkeiten zu
erwirken. In diesem Schreiben ist zugleich auch die Empfehlung ausgespro-
chen, dass die Ausstellung der Huldigungsadressen in zwei Bibliothekssälen
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, „sowohl wegen ihres ho-
hen Kunstwerthes als auch, weil damit den bereits zugänglichen Sammlun-
gen des Allerhöchsten Hofes eine weitere die patriotischen Gefühle fördernde
sich anschließen würde.“793 Da man offenbar fest mit der Zustimmung des
Kaisers rechnete, wurde auch gleich ein drei Punkte umfassendes Konzept
der Besichtigungsmodalitäten beigeschlossen: 1. Der Zugang hätte sich auf
die beiden Ausstellungssäle zu beschränken. 2. Die Besichtigungsmöglichkeit
sollte an zwei Werktagen pro Woche zwischen 11 und 13 Uhr bestehen; dafür
wären am Vortag bei einer noch nicht bestimmten Ausgabestelle Eintritts-
karten zu lösen, die nach dem Muster jener der Schatzkammer gestaltet wer-
den sollten. Diese konnten unentgeltlich bezogen werden, waren nicht über-
tragbar und durften nicht weiterverkauft werden. 3. Wegen des beschränkten
Raumes wären pro Besuchstag nur 50 Eintrittskarten auszugeben.794
Der Besuch des Kaisers erfolgte am 10. Februar 1893, die Bewilligung der
öffentlichen Zurschaustellung der Huldigungsadressen und anderer Samm-
lungsbestände wurde am 6. März durch Generaldirektor Chertek mitgeteilt.795
Am 21. April ließ Zhishman eine entsprechende Pressemitteilung in zehn
Wiener Tageszeitungen inserieren. Als Besuchstage wurden Montag und Don-
nerstag festgelegt, die Kartenausgabe erfolgte im Vorsaal der Hofbibliothek.796
Der Tag der Eröffnung fiel auf den 24. April. Zhishman hatte an die Redakti-
onen der Blätter für diesen Anlass außerdem Eintrittskarten verschicken las-
sen, die auch genutzt wurden. Anscheinend hatten sich von allen zehn Tages-
zeitungen Berichterstatter eingefunden, die in den folgenden Tagen mehr oder
weniger ausführliche Artikel zur Ausstellung veröffentlichten.797 Am 7. Mai
792 FKBA33133, fol. 2r–3r.
793 FKBA33165, fol. 7r-v.
794 FKBA33165, fol. 11r; Dem Akt liegen mehrere Eintrittskarten für die Schatzkammer sowie
Entwürfe für Eintrittkarten für die Fideikommissbibliothek bei.
795 FKBA33165, fol. 14r.
796 FKBA33165, fol. 16r, vgl. Wiener Zeitung, Nr. 91 vom 21.04.1893, 3.
797 FKBA33165, fol. 20r: „Sie widmeten, wie es ihre umfassenden Beschreibungen darthun,
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken