Page - 676 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM676
gestellte und im Augustinergang präsentierte Objektauswahl aber würde
genau das leisten. Er hätte laut Keiter
„die Aufstellung dieses hochinteressanten Materials nach einem von ihm er-
dachten System derart angeordnet, daß man gewissermaßen zeitlich und ört-
lich sofort über alle Ereignisse jener Epoche orientiert ist, daß man die Ursa-
chen und die Wirkungen aus dem Nebeneinander des Exponierten entnehmen
kann und daß dem Geiste das Beschauers sofort die ganze Kette der einzelnen
historischen Begebenheiten lebendig wird.“896
Es ist schwer vorstellbar, dass die Hinweise zu diesen erstaunlichen Effek-
ten der „Ausstellung“ im Augustinergang nicht von Karpf selbst kamen.897
Anfang April 1896 erschien unter dem Titel „Im Augustinergang“ noch
ein weiteres Feuilleton zu Karpfs „Ausstellung“, das aus verschiedenen
Gründen dem Dramatiker, Theaterkritiker und Journalisten Hugo Witt-
mann (1839–1923) zugeschrieben werden kann.898 Es handelt sich um eine
schwülstig-atmosphärische Schilderung, die einesteils von der Fideikom-
missbibliothek handelt, zum anderen „Erinnerungen“ an den Wiener Kon-
gress anhand eines in der Sammlung aufbewahrten Manuskriptes in blumi-
ger Sprache nacherzählt.899 Doch auch für diesen Text war der Anlass wohl
die Absicht, auf die „Ausstellung“ Karpfs in einem Massenmedium aufmerk-
sam zu machen. Der Autor stellt nämlich eingangs fest: „[…] aber es ist wol
nicht allgemein bekannt, daß Wien zur Stunde nicht Eine, sondern zwei
Congreß-Ausstellungen besitzt.“ Im Anschluss werden die Gründe für diese
„Parallelaktion“ referiert und die systematische Ordnung und die didakti-
896 Keiter, Kongreßzeit, 1. Siehe auch Keiter, Kongreßausstellung, 5.
897 Zur Rezeption der Zeitungsartikel durch einen Bürgerschuldirektor in Třebíč in Mähren
siehe FKBA35041.
898 Beetz, Porträtsammlung (1926), 73, nennt ihn unter Angabe des Nachnamens als Autor.
Wittmann war auch der Verfasser des Kapitels über das Theater in dem von Eduard Lei-
sching herausgegebenen Prachtwerk über den Wiener Kongress (Leisching, Congress), das
als Abschlusspublikation zur Ausstellung im Österreichischen Museum für Kunst und In-
dustrie konzipiert war. Zu diesem Zweck ersuchte er gegen Ende des Jahres 1896 darum,
die in der folgenden Anm. zitierte Handschrift aus der Sammlung entlehnen zu dürfen (vgl.
FKBA35059).
899 Johann Baptist Skall: Memorabilien vom Königs-Kongresse zu Wien in den Jahren 1814
und 1815, 3 Bde., HAD, Cod. Ser. n. 12.158, 12.159 u. 12.160. Das Werk wurde 1921, wie
alle Handschriften der Fideikommissbibliothek, an die Handschriftensammlung der neu-
gegründeten Nationalbibliothek abgegeben; zu seinen Inhalten siehe Valenta, Privatbiblio-
thek, 195–200.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken