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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 1006 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK 1914–19191006 dem Vertrag von Saint-Germain vor. Das im Anhang edierte und mit dem 27. Mai 1919 datierte Schreiben365 gibt darüber hinaus Auskunft über die be- reits erfolgte Angelobung der Beamten der Fideikommissbibliothek auf den Deutschösterreichischen Staat, repräsentiert durch den Anwalt der Repu- blik und Präsidenten des Kriegsgeschädigtenfonds, Gustav Harpner. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Unsicherheit bei der Vorgehensweise im Rah- men der Verstaatlichung der Fideikommissbibliothek. Payer-Thurn gab in dem Schriftstück an Förster Streffleur zu bedenken, dass die Eigentumsverhältnisse der Fideikommissbibliothek zu diesem Zeit- punkt nicht geklärt waren, da im Habsburgergesetz die genaue Definition des „gebundenen Vermögens“ fehle. „Dagegen würde eine Übernahme der Bibliothek in die Verwaltung des Deut- schösterreichischen Staatsamtes für Unterricht aller Wahrscheinlichkeit nach sofort Ansprüche der Liquidierungskommissionen der Nationalstaaten wachrufen, die ich, soweit sie bisher an mich auf inoffiziellem Wege heran- getreten sind, mit dem Hinweis auf die ungeklärten Eigentumsverhältnisse ablehnen konnte.“366 Schließlich schlägt Payer-Thurn vor, mit einer Entscheidung bis zum Frie- densschluss bzw. dem Abzug der italienischen Okkupationstruppen zu warten. Diese Vorgehensweise hatte man schließlich gewählt, da es bereits zur Konfis- zierung von Kulturgütern aus anderen Wiener Institutionen gekommen war. 2.2 Der Vertrag von Saint-Germain und die Forderungen der Nachfolgestaaten an Kulturgütern der Habsburgermonarchie „Heute vormittags erschien beim Direktor der Gemäldegalerie im kunsthistorischen Museum Dr. Glück der Direktor des Museums in Venedig Professor Fogolari und erklärte im Auftrage des Generals Segre, daß die seinerzeit aus Venedig nach Wien gebrachten Kunstwerke sofort an Italien auszuliefern sein. […] Professor Fogolari erklärte, daß er zunächst auf die 37 Bilder Anspruch erhebe, welche in der Samm- lung d’Este im Hoftrakt der neuen Hofburg sich befinden. Er begab sich sodann mit dem Lastenauto zu dem neuen Hoftrakt, wo die Bilder aus dem Rahmen gehoben, in Seidenpapier eingepackt und auf das Auto gebracht wurden. […]“.367 365 FKBA46068. 366 FKBA46068, fol. 2v. 367 Wiener Zeitung Nr. 12243 (12.02.1919) 5. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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