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Eines nur ist richtig und bleibt von den Einwendungen bestehen, nämlich, daß wir nicht alle
Einfälle der Deutungsarbeit auch in die nächtliche Traumarbeit zu versetzen brauchen. Wir
machen ja beim Deuten im Wachen einen Weg, der von den Traumelementen zu den
Traumgedanken rückläuft. Die Traumarbeit hat den umgekehrten Weg genommen, und es ist gar
nicht wahrscheinlich, daß diese Wege in umgekehrter Richtung gangbar sind. Es erweist sich
vielmehr, daß wir bei Tag über neue Gedankenverbindungen Schachte führen, welche die
Zwischengedanken und die Traumgedanken bald an dieser, bald an jener Stelle treffen. Wir
können sehen, wie sich das frische Gedankenmaterial des Tages in die Deutungsreihen
einschiebt, und wahrscheinlich nötigt auch die Widerstandssteigerung, die seit der Nachtzeit
eingetreten ist, zu neuen und ferneren Umwegen. Die Zahl oder Art der Kollateralen aber, die wir
so bei Tag anspinnen, ist psychologisch völlig bedeutungslos, wenn diese uns nur den Weg zu
den gesuchten Traumgedanken führen.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Title
- Schriften von Sigmund Freud
- Subtitle
- (1856–1939)
- Author
- Sigmund Freud
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- Size
- 21.6 x 28.0 cm
- Pages
- 2789
- Keywords
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Categories
- Geisteswissenschaften
- Medizin