Page - 1084 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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Der h-e Stuhl. Zinkgräf 1, 249; In Graben, in H-keiten werfen. 3, 75; Rollenhagen Fr. 83 etc. –
Führte h. vor Laomedon / die Stuten vor. B[ürger], 161 b etc. – Ebenso versteckt, h., hinterlistig
und boshaft gegen grausame Herren … wie offen, frei, theilnehmend und dienstwillig gegen den
leidenden Freund. Burmeister gB 2, 157; Du sollst mein h. Heiligstes noch wissen. Chamisso
4, 56; Die h-e Kunst (der Zauberei). 3, 224; Wo die öffentliche Ventilation aufhören muß, fängt
die h-e Machination an. Forster, Br. 2, 135; Freiheit ist die leise Parole h. Verschworener, das
laute Feldgeschrei der öffentlich Umwälzenden. G[oethe], 4, 222; Ein heilig, h. Wirken. 15; Ich
habe Wurzeln / die sind gar h., / im tiefen Boden / bin ich gegründet. 2, 109; Meine h-e Tücke
(vgl. Heimtücke). 30, 344; Empfängt er es nicht offenbar und gewissenhaft, so mag er es h. und
gewissenlos ergreifen. 39, 33; Ließ h. und geheimnisvoll achromatische Fernröhre
zusammensetzen. 375; Von nun an, will ich, sei nichts H-es / mehr unter uns. Sch[iller], 369 b. –
Jemandes H-keiten entdecken, offenbaren, verrathen; H-keiten hinter meinem Rücken zu brauen.
Alexis. H. 2, 3, 168; Zu meiner Zeit / befliß man sich der H-keit. Hagedorn 3, 92; Die H-keit und
das Gepuschele unter der Hand. Immermann, M. 3, 289; Der H-keit (des verborgnen Golds)
unmächtigen Bann / kann nur die Hand der Einsicht lösen. Novalis. 1, 69; / Sag’ an, wo du sie …
verbirgst, in welches Ortes verschwiegener H. Sch[iller], 495 b; Ihr Bienen, die ihr knetet / der
H-keiten Schloß (Wachs zum Siegeln). Tieck, Cymb. 3, 2; Erfahren in seltnen H-keiten
(Zauberkünsten). Schlegel Sh. 6, 102 etc., vgl. Geheimnis L[essing], 10: 291 ff.
Zsstzg. s. 1 c, so auch nam. der Ggstz.: Un-: unbehagliches, banges Grauen erregend: Der schier
ihm un-h., gespenstisch erschien. Chamisso 3, 238; Der Nacht un-h., bange Stunden. 4, 148; Mir
war schon lang’ un-h., ja graulich zu Muthe. 242; Nun fängts mir an, un-h. zu werden. G[oethe],
6, 330; … Empfindet ein u-es Grauen. Heine, Verm. 1, 51; Un-h. und starr wie ein Steinbild.
Reis, 1, 10; Den u-en Nebel, Haarrauch geheißen. Immermann M., 3, 299; Diese blassen Jungen
sind un-h. und brauen Gott weiß was Schlimmes. Laube, Band. 1, 119; Un-h. nennt man Alles,
was im Geheimnis, im Verborgnen … bleiben sollte und hervorgetreten ist. Schelling, 2, 2, 649
etc. – Das Göttliche zu verhüllen, mit einer gewissen U-keit zu umgeben 658, etc. – Unüblich als
Ggstz. von (2), wie es Campe ohne Beleg anführt.
Aus diesem langen Zitat ist für uns am interessantesten, daß das Wörtchen heimlich unter den
mehrfachen Nuancen seiner Bedeutung auch eine zeigt, in der es mit seinem Gegensatz
unheimlich zusammenfällt. Das Heimliche wird dann zum Unheimlichen; vgl. das Beispiel von
Gutzkow: »Wir nennen das unheimlich, Sie nennen’s heimlich.« Wir werden überhaupt daran
gemahnt, daß dies Wort heimlich nicht eindeutig ist, sondern zwei Vorstellungskreisen zugehört,
die, ohne gegensätzlich zu sein, einander doch recht fremd sind, dem des Vertrauten, Behaglichen
und dem des Versteckten, Verborgengehaltenen. Unheimlich sei nur als Gegensatz zur ersten
Bedeutung; nicht auch zur zweiten gebräuchlich. Wir erfahren bei Sanders nichts darüber, ob
nicht doch eine genetische Beziehung zwischen diesen zwei Bedeutungen anzunehmen ist.
Hingegen werden wir auf eine Bemerkung von Schelling aufmerksam, die vom Inhalt des
Begriffes Unheimlich etwas ganz Neues aussagt, auf das unsere Erwartung gewiß nicht
eingestellt war. Unheimlich sei alles, was ein Geheimnis, im Verborgenen bleiben sollte und
hervorgetreten ist.
Ein Teil der so angeregten Zweifel wird durch die Angaben in Jacob und Wilhelm Grimm:
Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1877 (Bd. 4, 2. Teil, 873 ff.) geklärt:
Heimlich; adj. und adv. vernaculus, occultus; mhd. heimelich, heimlich.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Title
- Schriften von Sigmund Freud
- Subtitle
- (1856–1939)
- Author
- Sigmund Freud
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- Size
- 21.6 x 28.0 cm
- Pages
- 2789
- Keywords
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Categories
- Geisteswissenschaften
- Medizin