Page - 2614 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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Wir sind nicht enttäuscht, sondern finden es durchaus begreiflich, wenn wir zum Schluß
kommen, daß der Endausgang des Kampfes, den wir aufgenommen haben, von quantitativen
Relationen abhängt, von dem Energiebetrag, den wir zu unseren Gunsten beim Patienten
mobilisieren können, im Vergleich zur Summe der Energien der Mächte, die gegen uns wirken.
Gott ist hier wieder einmal mit den stärkeren Bataillonen – gewiß erreichen wir nicht immer zu
siegen, aber wenigstens können wir meistens erkennen, warum wir nicht gesiegt haben. Wer
unseren Ausführungen nur aus therapeutischem Interesse gefolgt ist, wird sich vielleicht nach
diesem Eingeständnis geringschätzig abwenden. Aber uns beschäftigt die Therapie hier nur
insoweit sie mit psychologischen Mitteln arbeitet, derzeit haben wir keine anderen. Die Zukunft
mag uns lehren, mit besonderen chemischen Stoffen die Energiemengen und deren Verteilungen
im seelischen Apparat direkt zu beeinflussen. Vielleicht ergeben sich noch ungeahnte andere
Möglichkeiten der Therapie; vorläufig steht uns nichts Besseres zu Gebote als die
psychoanalytische Technik, und darum sollte man sie trotz ihrer Beschränkungen nicht verachten.
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Title
- Schriften von Sigmund Freud
- Subtitle
- (1856–1939)
- Author
- Sigmund Freud
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- Size
- 21.6 x 28.0 cm
- Pages
- 2789
- Keywords
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Categories
- Geisteswissenschaften
- Medizin