Page - 2654 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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zuschreiben müssen, daß also W = Bw.
[216] Die erste Andeutung des Moments der Regression findet sich bereits bei Albertus Magnus.
Die Imaginatio, heißt es bei ihm, baut aus den aufbewahrten Bildern der sinnfälligen Objekte den
Traum auf. Der Prozeß vollzieht sich umgekehrt wie im Wachen (nach Diepgen, 1912, 14). –
Hobbes sagt (im Leviathan, 1651): »In sum, our dreams are the reverse of our waking
imaginations, the motion, when we are awake, beginning at one end, and when we dream at
another.«. (Nach H. Ellis, 1911, 112.)
[217] ›Weitere Bemerkungen über die Abwehr-Neuropsychosen‹ (1896 b)
[218] In einer Darstellung der Lehre von der Verdrängung wäre auszuführen, daß ein Gedanke
durch das Zusammenwirken zweier ihn beeinflussenden Momente in die Verdrängung gerät. Er
wird von der einen Seite (der Zensur des Bw) weggestoßen, von der anderen (dem Ubw)
angezogen, also ähnlich wie man auf die Spitze der großen Pyramide gelangt. (Vgl. den Aufsatz
›Die Verdrängung‹, 1915 d.)
[219] Sie teilen diesen Charakter der Unzerstörbarkeit mit allen anderen wirklich unbewußten,
d. h. dem System Ubw allein angehörigen seelischen Akten. Diese sind ein für allemal gebahnte
Wege, die nie veröden und den Erregungsvorgang immer wieder zur Abfuhr leiten, sooft die
unbewußte Erregung sie wiederbesetzt. Um mich eines Gleichnisses zu bedienen: es gibt für sie
keine andere Art der Vernichtung als für die Schatten der odysseischen Unterwelt, die zum neuen
Leben erwachen, sobald sie Blut getrunken haben. Die vom vorbewußten System abhängigen
Vorgänge sind in ganz anderem Sinne zerstörbar. Auf diesem Unterschiede ruht die
Psychotherapie der Neurosen.
[220] Ein weiteres Eindringen in die Kenntnis der Verhältnisse des Schlafzustandes und der
Bedingungen der Halluzination habe ich in dem Aufsatz ›Metapsychologische Ergänzung zur
Traumlehre‹ (1917 d) versucht.
[221] Hier ist die Stelle für die Einfügung des später von der Psychoanalyse erkannten Über-Ichs.
[222] Mit anderen Worten: es wird die Einsetzung einer »Realitätsprüfung« als notwendig
erkannt.
[223] Von der Wunscherfüllung des Traumes rühmt Le Lorrain mit Recht: »Sans fatigue
sérieuse, sans être obligé de recourir à cette lutte opiniâtre et longue qui use et corrode les
jouissances poursuivies.«
[224] Ich habe diesen Gedankengang an anderer Stelle (›Formulierungen über die zwei
Prinzipien des psychischen Geschehens‹, 1911 b) weiter ausgeführt und als die beiden Prinzipien
das Lust- und das Realitätsprinzip hingestellt.
[225] Korrekter gesagt: Ein Anteil des Symptoms entspricht der unbewußten Wunscherfüllung,
ein anderer der Reaktionsbildung gegen dieselbe.
[226] Hughlings Jackson hatte geäußert: »Findet das Wesen des Traumes, und ihr werdet alles,
was man über das Irresein wissen kann, gefunden haben.« (»Find out all about dreams and you
will have found out all about insanity.«)
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Title
- Schriften von Sigmund Freud
- Subtitle
- (1856–1939)
- Author
- Sigmund Freud
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- Size
- 21.6 x 28.0 cm
- Pages
- 2789
- Keywords
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Categories
- Geisteswissenschaften
- Medizin