Page - 2660 - in Schriften von Sigmund Freud - (1856–1939)
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stammen aus einer Sammlung, die ich ursprünglich unter dem Titel ›Zur Vorbereitung einer
Metapsychologie‹ in Buchform veröffentlichen wollte. Sie schließen an Arbeiten an, welche im
III. Jahrgang der Intern. Zeitschrift für ärztl. Psychoanalyse abgedruckt worden sind. (›Triebe
und Triebschicksale‹ – ›Die Verdrängung‹ – ›Das Unbewußte‹). Absicht dieser Reihe ist die
Klärung und Vertiefung der theoretischen Annahmen, die man einem psychoanalytischen System
zugrunde legen könnte.
[25] Der Rücksicht auf Darstellbarkeit schreibe ich auch die von Silberer betonte und vielleicht
von ihm überschätzte Tatsache zu, daß manche Träume zwei gleichzeitig zutreffende und doch
wesensverschiedene Deutungen gestatten, von denen Silberer die eine die analytische, die andere
die anagogische heißt. Es handelt sich dann immer um Gedanken von sehr abstrakter Natur, die
der Darstellung im Traume große Schwierigkeiten bereiten mußten. Man halte sich zum
Vergleiche etwa die Aufgabe vor, den Leitartikel einer politischen Zeitung durch Illustrationen zu
ersetzen! In solchen Fällen muß die Traumarbeit den abstrakten Gedankentext erst durch einen
konkreteren ersetzen, welcher mit ihm irgendwie durch Vergleich, Symbolik, allegorische
Anspielung, am besten aber genetisch verknüpft ist und der nun an seiner Stelle Material der
Traumarbeit wird. Die abstrakten Gedanken ergeben die sogenannte anagogische Deutung, die
wir bei der Deutungsarbeit leichter erraten als die eigentlich analytische. Nach einer richtigen
Bemerkung von O. Rank sind gewisse Kurträume von analytisch behandelten Patienten die
besten Vorbilder für die Auffassung solcher Träume mit mehrfacher Deutung.
[26] Als ersten solchen Versuch haben wir in der Abhandlung über das ›Unbewußte‹ die
Überbesetzung der Wortvorstellungen kennengelernt.
[27] Über die Unterscheidung einer Aktualitäts- von einer Realitätsprüfung siehe an späterer
Stelle.
[28] Man kann von hier aus die Vermutung wagen, daß auch die toxischen Halluzinosen, z.
B.
das Alkoholdelirium, in analoger Weise zu verstehen sind. Der unerträgliche Verlust, der von der
Realität auferlegt wird, wäre eben der des Alkohols, Zuführung desselben hebt die
Halluzinationen auf.
[29] Das Prinzip der Unerregbarkeit unbesetzter Systeme erscheint hier für das Bw (W) außer
Kraft gesetzt. Aber es kann sich um nur teilweise Aufhebung der Besetzung handeln, und gerade
für das Wahrnehmungssystem werden wir eine Anzahl von Erregungsbedingungen annehmen
müssen, die von denen anderer Systeme weit abweichen. – Der unsicher tastende Charakter
dieser metapsychologischen Erörterungen soll natürlich in keiner Weise verschleiert oder
beschönigt werden. Erst weitere Vertiefung kann zu einem gewissen Grade von
Wahrscheinlichkeit führen.
[30] Auch Abraham, dem wir die bedeutsamste unter den wenigen analytischen Studien über den
Gegenstand verdanken, ist von dieser Vergleichung ausgegangen (1912).
[31] › Use every man after his desert, and who shall ’scape whipping?‹, Hamlet, II. Akt,
2. Szene.
[32] Über deren Unterscheidung siehe den Aufsatz über ›Triebe und Triebschicksale‹.
[33] Der ökonomische Gesichtspunkt ist bisher in psychoanalytischen Arbeiten wenig
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Schriften von Sigmund Freud
(1856–1939)
- Title
- Schriften von Sigmund Freud
- Subtitle
- (1856–1939)
- Author
- Sigmund Freud
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- Size
- 21.6 x 28.0 cm
- Pages
- 2789
- Keywords
- Psychoanalyse, Traumdeutung, Sexualität, Angst, Hysterie, Paranoia, Neurologie, Medizin
- Categories
- Geisteswissenschaften
- Medizin