Page - 117 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 117 -
Text of the Page - 117 -
— l l? —
leilt, und h<emach auf gleiche Weise bei dem andern Relnbeil» oder
der andern Reinstange vorgehet, und zuletzt wieder verteilt. Da«
hierbei nöthige Aufheben der Reinbeile wird am besten mit einer
gewöhnlichen Tatzenwinde vorgenommen, wovon bei einem Ham-
merwerke ohnedies immer »ine vorhanden seun soll; damit aber di«
Warze des Wagringes nicht etwa aus dem Reinl des gelösten
Reinbciles fallen kann, darf die zwischen Reinbeil und Gerüststock
befindliche Verkeilung nicht herausgenommen, nur allenfalls ein
wenig gelüftet werden. Vei den Reinstangen gehet das Aufheben
wegen des bedeutend kleinern Gewichtes viel leichter, und ein Her-
ausfallen der Warze ist bei demselben gar nicht zu besorgen. Kleine
Differenzen gegen die gewünschte Hubhöhe werden entweder gar nicht
beachtet, oder dadurch beseitiget, daß man mit dem Hammerhelb
«in wenig weiter zurück, oder weiter vor fährt; bei dieser Vewegung
macht man ebenfalls zuerst ein Reinbeil los, läßt die Tatzenwinde
auf der entsprechenden Seite am Helbkopfe wirken, um das gelöste
Reinbeil durch den Hammerhelb selbst zu verschieben, worauf das
gerückte Reinheil wieder festgeteilt, und das andere gelöst, und mit
der Winde am Hammerhelb abermals so lang» auf der entgegen»
gesetzten Seite gewirkt wird, bis die Hammerbahn wieder gerad«
über der Amboßbahn zu liegen kömmt. Dabei tann man zugleich
durch Schlagen auf das Reinbeil (oder die Reinstange) die Vewe-
gung desselben befördern, ja in Ermangelung einer Winde selbst
ausschließlich dadurch bewirken. Durch das Zurück - oder Vorfahren
mit dem Hammerhelb wird aber die Hammerbahn in gleichem Maße
zurück- oder vorgerückt, und um diese Differenz muß sodann auch
der Amboß zurück- oder vorgesetzt werden. Vevor der Hammer mit
dem Seilschlägel oder Schwungtletz festgekeilt wird, müssen noth-
wendig die Reinbeile oder Reinstangen festgekeilt seyn, weil sonst
der ganz« Helb mit den Reinbeilen zurückgehen würde. Das Letzte
ist die Regulirung des Spielraumes im Reitel, von dessen Größe
schon im §. 38 gehandelt wurde.
Es ist kaum nöthig zu erwähnen, daß die Lage der einzelnen
Theile eines Schwanzhammerschlages, namentlich das Einsetzen der
Ertel, schon von vorne herein so bestimmt wird, daß die Achse des
Hclbes rechtwinklig gegen die Wellenachse zu liegen kömmt. Vei,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen