Page - 118 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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de« Einziehen des Helbes selbst wird auf diese kage aber leine Rück«
ficht mehr genommen. Kleine diesfällige Abweichungen lönnen lei-
nen Einfluß nehmen. Durch Lecalverhältniffe bewogen, hat man
auf den Maria-Zelter Hämmern schon vor vielen Jahren einen
Streckhammer gebaut, dessen Held zur Verkürzung des Grindels
statt unter 90 Graden, nahe unter 45 Graden gegen die Richtung
der Welle gestellt war; und in neuester Zeit hat man einen ähn»
lichen Hammer in Schlcgelmühl gebaut. In einem solchen Falle
müssen die Ertelpaute und die Ertel selbst, ähnlich den konischen
Zahnrädern, nach diesem Winkel tonisch geformt seyn. Vei genauer
Construction gehen diese Hämmer leidlich gut; allein, abgesehen von
der schwierigen Herstellung und Instandhaltung, ist dabei der Ham-
mer ungleich schwerer auf der Vahn zu erhalten, da der Druck auf
den Sohlring ungleich erfolgen muß; und dieserwege» soll man
derlei Anlagen vermeiden.
ß. 4H. Unter Hammerzeug verstehet man gewöhnlich nur
den Hammer und Amboß, bisweilen jedoch begreift man darunter
nebst diesen auch den Wag- und Sohlring. Der Sohlring wird
immer von Schmicdeisen mit verstählter Vahn hergestellt; hingegen
der Wagring, Hammer und Amboß können von Schmied- oder Guß-
eisen angefertigt seyn, wovon bald dem einen bald dem andern der
Vorzug zuerkannt wird. Der gußeiserne Hammerzeug hat den Vor-
zug, daß seine erste Anschaffung bei gleichem Gewichte nur unge«
fähr Ein Viertel, höchstens Ein Drittel von dem tostet, was der Be-
trag für einen gleich schweren schmiedeisernen seyn würde; der letztere
hingegen hat eine viel längere Dauer für sich, und gestattet die
Reparatur, falls er schadhaft geworden ist. Der gußeiserne Ham-
melzeug wird demnach in jenen Verhältnissen den Vorzug verdienen,
wo man mit dem Anlagecapital thunlichst sparen soll, oder wo die
Gußhütte nahe gelegen ist, besonders wenn dieselbe den gußeisernen
Hammerzeug nicht viel theurer rechnet, als der Werth des darin
enthaltenen Roheisens beträgt. Wo dagegen auf einen möglichst
schwunghaften Betrieb gesehen wird, bei dem jede Betriebsstörung
thunlichst Hindangehallen werden soll, da wird man den schmied»
eisernen Hammerzeug zu wählen haben, und zwar um so wehr,
wenn die Eisengußwaaren von Ferne bezogen, von nicht bestnderer
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen