Page - 122 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 122 -
Text of the Page - 122 -
— 122 —
muß. Der Hammer oder Amboß erhält nach seiner ganzen Länge
»inen Ausschnitt, entsprechend dem ausgeschweiften Zapfen, mit wel-
chem der Kern von vorne hineingetrieben, und bei seiner keilförmi-
gen Gestalt zugleich fest geschlagen wird; nöthigenfalls legt man
dünne Streifen von Eisenblech zu, um den Kern gerade an d»r
entsprechenden Stelle zum Festsitzen zu bringen. Um den befestigten
Kern wieder zu lösen, braucht man bloß an der entgegengesetzten
Seit« desselben anzuschlagen, wobei man sich in der Regel eines
Setzhammers bedienen muß.
Die Befestigung des Amboßes in der Schabatte, das Amboß»
sperren, ist bei offenen Schabatten wesentlich verschieden von jenem
hei geschlossenen. Bei letztern sind die beiden Füße des Amboßes
«und l», Fig. 14, nach unten etwas zusammenlaufend (keilförmig)
geformt, und die Befestigung desselben geschieht dadurch, daß vorerst
keilförmige, dünne Zulagen von Eisen auf beiden langen Seiten
der Schabatten-Vertiefung mit dem dickern Ende nach unten ge-
kehrt eingelegt, und zwischen diesen hernach die keilförmigen Füße
des Amboßes mit Hülfe des Schmiedhammels selbst eingetrieben
werden. Dabei soll die Gesammtdicke der keilförmigen Zulagen ge-
rade so getroffen seyn, daß die Amboßfüße mit entsprechender Kraft
zusammengehalten werden, wenn die Füße den Voden der Schabatte
erreicht haben; widrigenfalls stehet der Amboß entweder nicht fest,
oder hohl, und im letzter« Falle ist eS dann begreiflich, wenn sehr
massive geschlossen« Schabatten, besonders in der kältern Jahreszeit,
zersprengt werden. Das kos« oder Ledigmachen eines sogestaltig
befestigten Ambcßes geschieht mit Hülfe eines Seilschlägels oder
Schwungtlotzes, mit welchem auf die Stirn e des Amboßes so lange
geschlagen wird, bis sich der vordere Fuß l, in die Höhe begeben
hat. Bei den offenen Schabatten erhalten die Amboßfüße zu un-
terst auf beiden langen Seiten eine Leiste ä, e, «nd die Befestigung
geschieht durch zwei lange Keile l ß, Schlüssel genannt, durch
deren Eintreibung unmittelbar die klemmende Kraft für die Am«
boßfüße bestimmt wird. Diese Schlüssel müssen jedoch gut pasend
hergestellt seyn, damit sie sich in ihrer ganzen Höhe zwischen den
betreffenden Seitenwänden der Schabatte und Amboßfüße gmau
anlegen, wodurch tas feste Niederhalten des Amboßes bedingt »ird,
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen