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käng» genau horizontal stehen, nicht verdreht sind. Je schmaler
die Vahnen sind, desto mehr Gcschicklichkeit fordert zwar Was Schmie»
den, desto schneller gehet aber auch das Ausrecken der Stäbe «or
sich. Eben so erfordert das Wellenschmieden, d i. loas Schmie«
den quer über den Amboß viele Gewandtheit, um daben den Stab
schon nahe in die gewünschte Form zu bringen; je ung,esch!ckter der
Schmiedet ist, desto öfter wird er bei übrigens gleichen Verhältnis-
sen genöthiget seyn, die unvollendete Welle zu schlichten, d. h.
»on vorne hinein, nach der Länge der Vahnen, die Ungleichheiten
der geschmiedeten Welle auszugleichen; je öfter aber geschlichtet
weiden muß, desto weniger wird das Ausrecken des Stabes bei
gleicher Anzahl der Hammerschläge betragen, oder desto mehr Ham-
merschläge (und Zeit) sind erforderlich, um den Stab zu vorgeschrie-
benen Dimensionen auszurecken.
Der gußeiserne Hammerzeug muß von Gußwerten bezogen
«erden, die bei uns das Pfund mit 3'/« bis 4'/« Kreuzer C. M.
berechnen. Der schmiedeiserne Hammerzeug wird zwar hie und da,
besonders in Kärnten und Kral«, auf den Hammerwerten selbst er.
zeugt; in der Regel wird man jedoch besser verfahren, denselben
von den eigens mit dergleichen Arbeiten beschäftigten und darin
geübten Großzcugschmicden zu beziehen, die das Pfund mit 12 bis
18 Kreuzer C. M. berechnen. Der schmiedeiserne Hammerzeug wiegt
für Streck« und Zcncnnhämmer gewöhnlich: der Sohlring 49 bis
100 Pfund, der Wagring 150 bis 300 Pfund, der Amboß 200
bis 500 Pfund, der Hammer 180 bis 650 Pfund.
ß. 43 . Unter den verschiedenen Reparaturen, die bei einem
Hammerschlage vorkommen, ist die gewöhnlichste und störendste di»
Auswechslung eines gebrochenen Helbes gegen einen neuen, das
sogenannte Helbwerken. Auf allen halbwegs gut betriebenen Ham-
merwerken hält man sich immer einen beschlagenen Helb in Vor-
ratt), damit diese Auswechslung in kurzer Zeit beendet ist; wo aber
der Wagring, Sohlring und theilweise wenigstens selbst die Helb-
ring» und die eisernen Hammerseelen vom gebrochenen Helb erst
abgenommen werden müssen, um den neuen damit zu beschlagen,
da vergehen 2 bis 3 Tage, bis der Hammer wieder in Gang kom-
men kann. Vei einem Zerrennhammer, der in allen Theilen bedeu«
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen