Page - 136 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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lsngert und deßhalb immer schwieriger zu repariren wird. Alle
diese Reparaturen werden übrigens auf dieselbe Art ausgeführt, und
«ir wollen beispielweise die Reparatur eines Wagringes mit einem
Sprung in der Falsche verfolgen. Es ist klar, daß alle derlei
Sprünge immer nur querüber entstehen können, weil die aus»
einander treibende Kraft der Verkeilung nur solche Sprünge her-
beiführen kann, und »ine andere Ursache als die Verkeilung für
das Entstehen derselben nicht vorhanden ist. Hat der Sprung die
Mitte der Fatschenbreite noch nicht erreicht, oder wenigstens nicht
viel überschritten, so haut man im stark rothglühenden Zustande mit
scharfen Schröttern beiderseits des Sprunges keilförmige Stück« aus
der Falsche heraus, die mit dem Sprung gleich tief eingreifen, wo-
durch statt des Sprunges dann ein keilförmiger Ausschnitt entstehet.
Die beiderseitigen Schnittstächen dieses Ausschnittes werten, so weit
als es thunlich ist, mit Hämmern und Setzern zurückgetrieben, et-
was breiter gemacht, oder gestaucht, wie man zu sagen pflegt. Nun
fertigt man sich von gutem, weichem Eisen einen Zwickel oder Keil
von etwas mehr als der Fatschendicke, welcher genau die Gestalt
und Größe des gemachten Ausschnittes hat. Veide Theile, der Fat-
schenausschnitt und der neue Zwickel werden darauf an den zu ver-
einigenden Flächen in gleichzeitige, gute Schweißhitze gebracht, und
sofort der Zwickel eingesetzt und aufgeschweißt. Von Außen werden
an der so ausgestickten Stelle dann immer noch einige Hitzen ge-
geben werden müssen, um die äußerliche Vereinigung vollkommen
zu machen, zu dem Ende geschah eben das Stauchen des Ausschnit-
tes, weil die dadurch dicker gemachte Stelle ein Zusammentreiben
von außen gestattet, selbst wenn beim Hitzgcben etwas weniges da-
von abgeheizt worden ist; bleibt zuletzt aber zu viel Eisen zurück,
so wird dieses im glühenden Zustande mit Schlottern weggehauen.
Erstreckt sich der Sprung beträchtlich über die Mitte der Fatschen-
breite, oder ist er bereits nach der ganzen Breite entstanden, so
werden von beiden Seiten solche Ausschnitte gemacht, die in Mitte
der Fatschenbreite mit ihren Spitzen zusammentreffen, und es wird
das Einsetzen eines passenden Zwickels dann auf jeder Seile gerade
in der Art vorgenommen, wie wir dies bei dem einseitigen Aus-
schnitte erörtert haben.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen