Page - 137 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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Wenn beim Hammer der Schnabel, oder beim Amboß das
Horn, oder irgend ein anderer vorspringender Theil einen Sprung
erhält oder ganz wegbricht, wird die Bruchstäche gestauchet und auf«
gehauen, statt des abgebrochenen Stückes ein neues, etwas größeres
gefertigt; beide Theile hernach zur gleichzeitigen Hitze gebracht, zu-
sammengeschweißt, von außen mit Hitzen nachgeholfen, dann nach-
geputzt, und zuletzt die ganze Vahn wieder neu abgerichtet und ge-
härtet.
Bei allen diesen Reparaturen, wo neue Stücke angeschweißt
werden müssen, gebraucht man zwei Heizfeuer, wozu auf einem Ham-
merwerke natürlich die Zerrennfeuer verwendet werden- Eines dieser
Feuer, wo die großen Stücke «ingehalten, die Haupthitzen erzeugt
weiden, muß deßhalb vorn hinreichend großen, freien Naum haben,
um mit den großen Stücken ein- und ausfahren zu können; bei
dem zweiten Feuer, wo die kleinen Stücke geheizt, die Gegen Hi-
tzen gemacht werden, ist der vordere Raum bald groß genug. Von
diesem Gebrauche her schreibt sich die besonders in Steiermark üb«
liche Benennung des G roßhe izfeuer s und des Kleinheiz-
feuers, wornach auch die dabei beschäftigten Arbeiter, Frischer oder
Heizer der Großheizer und der Kleinheizer genannt werden.
Es glheit zum Hervorbringen dieser Ieugmach-Hitzen, besonders
der Haupthitzen immerhin viele Nmsicht, damit nicht etwa zu viel
abgebrannt wird, überhaupt damit die Hitzen gut gelingen, und nicht
jeder Heizer ist dazu verwendbar. Ilm die Hitzen gut zu treffen,
muß man sich hierbei eines schwächern Windstromes bedienen, die
Hitzen langsamer, durchgreifender machen, öfters nachsehen und
Schwcißsand nachtragen. Schon mancher Gewert und Werksbeam«
te hat in der Absicht, den hohen Preisen der Zcughämmerzurech-
nungen zu entgehen, durch das Zeugmachen mit den eigenen Ar-
beitern ärgerliches Lehrgeld zahlen müssen. Wo ein eigener Zeugham-
mel in der Nähe ist, soll man nicht nur allen neuen Hammelzeug,
sondern auch alle bedeutendere Reparaturen daselbst machen lassen.
Zu den mehr gewöhnlichen Reparaturen bei einem Hammer-
schlag müssen ferner die Uebeisetzungen oder Auswechslungen der
Ertel gerechnet werden. Wenn bei dem Verkeilen der Ertel zuletzt
eisern« Keile eingetrieben worden sind, wie bei den Paul««ling»n
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen