Page - 139 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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bedienen, um die Naucr der Gerüste wenigstens so lange hinaus«
zuziehen, daß die Erneuerung derselben bis zum Winter oder Hoch-
sommer, wo vermöge zu kleinen Wasserstandes ohnehin nicht voll-
ständig gearbeitet werden kann, verschoben bleiben darf.
Endlich erübrigt uns noch der Reparatur und Erneuerung
drs Reitcls, der Schabatte und des Schabattenstcckcs zu gedenken.
Es wurde schon früher angeführt, daß die Rcgulirung des Spiel-
raumes im Neitel durch Auflegen oder Herausnehmen von Eisen»
platte» geschieht. Ereignet es sich nun, daß der Reitel immer tie-
fer und tiefer niedersinkt, so wird endlich eine Masse von überein-
ander gelegten Eisenplattcn hineinkommen, die bald nach der einen
bald der andern Seite ausweichen, was viele Noth verursachen kann,
einen haltbaren Reitcl zu bekommen. Es wird demnach gerathen
seyn, bei Gelegenheit anderer Betriebsstörungen oder Reparaturen
den Rcitcl zu erneuern, indem der alte, vielleicht schon faule Rei-
telstock ausgegraben, und dafür ein neuer eingesetzt wird, eine uns
bereits bekannte Arbeit. Wird eine gußeiserne Schabatte gesprengt,
was freilich nur bei einem unvorsichtigen Amboßspcrren, vorzüglich
bei geschlossenen Schabatten sich zuträgt, so muß diese herauögc«
nommen, und dafür eine neue eingesetzt weiden. Um aber die fest,
gekeilte Schabatte herauszubringen, muß vorerst das Hol«, zunächst
um die Schabatte herum ausgebohrt, oder besser (wegen der vielen
Eiscnthcilc, an denen die Vohrschneiden immer schnell verdorben
werden) mit glühenden Eisenkeilen ausgebrannt werden. Muß schon
einmal diese Arbeit, wie das darauf folgende Verkeilen der neu
eingesetzten Schabatte vorgenommen werden, so wird man, wenn an-
ders der Tchabaltenstock etwas zu tief hineingeschlagen worden ist,
cdcr dies in nicht ferner Zeit zu gewärtigen siehet, zugleich ein
Hcrausbürsten des Schabattenstockes damit verbinden, d. h. die neue
Schabatte nicht auf die alte Stccksohlc legen, sondern diese vorerst
durch senkrecht in den Stock hineingetriebene Keile erhöhen. Damit
man im Stande ist, auf der alten festen Stocksohlc Spitzkeile ein-
zutreiben, muß vorerst mit weiten Holzbohrern 8 bis 12 Zcll
lief vorgebohrt werden, was anfangs mit ganz kleinen Bohrern ge-
schieht, denen dann die ».'eitern Nachbohrer folgen, indem eö kaum
möglich wäre, gleich mit einem weiten Bohrer in die äußerst feste
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen