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sigkeit und andern Uebelständen für tie Wirkung des Gebläses nicht
versagt, und einen gleichförmigen Wind verursacht pflegt man ihm
zwei- bis viermal so viel Fassungsraum zu geben, als dem untern
Naumc. Damit aber bei dieser größcrn Höhe der ledernen Seiten-
wand des obern Valgraumcs das Leder einen guten, geordneten
Faltenwurf erhält, werden etliche schwache Holzleisten ! , l , mit ei-
sernen Nieten daran befestigt. Tie Befestigung des Leders an
den drei Vreterböden geschieht ebenfalls mit von außen daran ge-
nagelten Leisten; und damit diese Vcfcstigungsart am Valgkopf um
so besser luftdicht ausfällt, wird daselbst noch eigens ein mehrere
Zoll breiter Lederstreifen ß darüber gelegt und angenagelt. Natür-
lich muß das Annageln mit nicht zu starken, breitköpfigen Nägeln
geschehen, die nur einige Zoll von einander abstehen dürfen. Die
konische Düsenröhre wird gewöhnlich von etwas stärkerem Eisenblech
gcfcrtiget, das passend abgebogen und an der Seite verlöthet wird;
,nit dem weitem Ende wird sie in den Valgenkopf verkeilt, zu wel-
chem Ende derselbe mit ein oder zwei Eisenbändern verstärkt ist,
«nd zur Abhaltung der Wärme und Funken wird die Stirnseite
des Valgkopfes in der Regel mit schwachem Eisenblech bekleidet.
Damit die Veschwerungsgewichte u des ^Oberbodens bei dessen schie-
fer Lage nicht abrutschen können, ist daselbst ein aufgestelltes Quer«
bret eingesalzt.
Von Wichtigkeit ist es, die Ventile recht leicht und gut schlie-
ßend zu machen. Sie weiden von einer leichten, gut ausgetrock-
neten Holzart, '/« bis 1 Zoll dick und von einer solchen Seiten-
länge hergestellt, daß sie die Oeffnung an icder Seite um V2 bis
1 Zoll überragen, welche Ueberragung der Anschlig genannt wird.
Etwas breiter als der Anschlag ist, werden die Ventilbretchen vom
Rande herein mit aufgeleimtem, rauhem, dichthaarigem Lämmerfclle
versehen. Auf der den Charnierbändern des Nnterbodcns zugekehr-
ten Seite erhalten auch die Ventilbretchen ihre Charniere, die am
besten bloß aus angenagelten Lederstrcifcn bestehen; und damit das
Ocffnen der Ventile nur bis zu einer gewissen, etliche Zoll betra-
genden Höhe geschehen kann, weil sonst ein Schlagen, Zittern der-
selben eintritt, das sich vom obern Ventil selbst dem Windstrem
bei den Düsen mittheilt, und damit ein Ueberschlagen der Ventile
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen