Page - 161 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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nicht möglich wird, so ist auf der den Charnieren gegenüberstehen-
den Seite des Ventilbrctchens ein Riemen aufgenagelt, der durch
den Vcdcn läuft, und auf der untern Seite desselben beliebig ver-
längert oder verkürzt werden kann. Gut ist es, der leichtern Ve-
weglichteit wegen, den Ventilen und somit auch den Ventilöffnun-
gen, anstatt sie quadratisch zu machen, auf der Charnierscite und
der gegenüberliegenden, um etliche Zoll mehr Länge zu geben, alö
auf den andern zwei Seiten; indessen um einen guten Effect her-
auszubringen, ist diese Art der Bälge ohnedies wenig geeignet, weil
sie vcrhältnißmäßig einen sehr großen schädlichen Raum haben, und
fast immer mehr oder weniger windlässlg sind.
Die Bewegung dieser Bälge geschieht in Faustschmieden ge-
wöhnlich durch Menschenkraft, durch Ziehen mit den Armen, oder
turch Treten mit den Füßen auf einen Hebel; bei constanterem
Gebrauche aber, wenn anders die Gelegenheit dazu vorhanden ist,
erfolgt die Bewegung durch ein Wasserrad, wes nebst an^e-n Vor-
kehrungen häusig auf folgende Art bewerkstelliget wird. ^ Fig. 1
stellt eine Welle vor, die durch ein Hebelwerk von der Wasserrad-
wclle aus um einen gewissen Winkel vor- und rückwärts gedreht
wird, und in welcher der Arm L befestiget ist. Dieser Arm hat an
seinem vorragenden Ende eine Gabel, durch deren beide Hörner
ein Eiscnnagel gesteckt ist, auf welchem die Zugstange i t, mit einem
nasenartigen Vorsprunge aufliegt. Das Valggerüst ä trägt eben-
falls einen Arm 6, der an seinem vordcrn Ende geschlitzt, aber
mit keinem Nagel versehen ist. Wird nun die Welle ^ so gedreht,
baß sich der Arm U aufwärts bewegt, so wird dadurch der Unter-
boden des Balges aufgehoben; macht dann die Welle ^ mit dem
Arm It wieder die rückgängige Bewegung, so macht die Zugstange
mit dem Unterboten vermcg ihres Gewichtes ebenfalls die rück-
gängige Bewegung, worauf dann wieder ein neuer Anhub wie frü-
her vor sich gehen kann. Damit bei dieser Bewegung die Zugstange
mit ihrem nasenförmigen Vorsprunge nicht vom Nagel des Armes
L abglitsche, wird selbe an ihrem obern Ende t durch das Ge-
wicht <^, welches an einer starken Schnur hängt, die über eine
fixe Rolle IV läuft, immer herzugehaltcn; will man dagegen ab-
sichtlich die Zugstange vom Nagel des Hcbarmes L losmachen, um
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen