Page - 171 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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deten Nasserkraft ven allen Gebläsen den kleinsten Nuheffect, und
ohne beträchtliche Gefällshöhe des Wassers, die mindest bei 2 Klaf-
ter betragen sctt, ist keine bedeutende Pressung des Windes zu er«
zielen. Häufig macht man gegen die Anwendung der Wassertrom«
meln außerdem noch die Einwendung, daß der von selben erhalte-
ne Wind zu feucht sey, was indessen nicht von Belang ist; denn
einerseits kann die Luft um so weniger Wasserdampf aufnehmen,
je dichter sie ist, folglich soll die verdichtete Gebläseluft weniger da-
von enthalten als die atmosphärische Luft, anderseits kann die ge»
ringe Menge der mechanisch mit fortgerissenen Wassertheilchen durch
Erweiterung, Länge und Richtung der Windleitung grcßtcnthcils
abgelagert werden, und der allfällige Nest davon kann bei dem
Frisch- und Heiz-Prozeß nicht wohl einen nachtheiligen Einfluß
haben ' ) . Einen besonderen Nachtheil der Wassertrommelgebläse in
unserem Klima bildet die Kälte im Winter. In wärmer« Ländern,
z. B. in der Lombardie, wo die Eisbildung weniger Statt fin-
det, wird auf den Eisenhütten selten ein anderes Gebläse als Was-
sertrommeln getroffen. Fig. 7 Tab. III. zeigt ein solches Wasser«
trommelgebläse von guter Construction.
Jedes Nassertrommelgebläse hat folgende Hauptbestandtheile:
X ein luftdichter Vottich oder Kasten von Holz, der entweder in
umgestürzter Lage, mit seinem Boden » nach oben gekehrt, in einen
zweiten weiter«, aber meist niederen Vottich (oder andern Wasser«
behälter) hineingestellt wird, wie Fig. 8, «der der selbst einen zwei»
ten Boden l» Fig. 7 erhält, und mit einer Seitcnlutte L verse«
hen ist. Im ersten Falle muß das Wasser, welches mit der ge«
Preßte» Luft in den Vottich ä geleitet wird, sich in dem äußern
aufrecht siehenden Behälter ansammeln, bis ei an den Rand oder
in «ine« angebrachten Einschnitt desselben gelangt; im letzter« Falle
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') I l l i Wegensatz k«nn angeführt werden, laß man auf mehreren Hütten un» »el
Verschiedenen Prozessen versucht ha», absichtlich Wasserdampfe mit »er We«
blascluit emzufuhre». Bei Eisenlrischfeuern wurden diese Versuche unter an»
Lern auf »er S i lbern - Aaler Hütte bei Klausthal «m Harz «vgefahrt,
welche Versuche zur Zeit Ler Anwesenheit de« Verfassers im Gommer »»36,
i» Lcn Resultat«« «eführt hatten, dosj eine geringe Dampfmenge leinen
merkbaren Einfiuß hatte, eine groß« Dampfmenge «der entschieden nachthei-
lig
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen