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aber sammelt sich das Nasser im Bottich .4, selbst so lange an, bis
es über den Rand der Lutte L abläuft. Das Einfallen «on Was-
ser mit Luft geschieht durch die Einfallröhre (5, deren meist zwei
e, </, bisweilen auch mehrere angebracht sind, und die von außen
luftdicht an den Vodcn » schließen. So wie das angesammelte Was«
sei den untern Theil des Vcttichcs ^ einnimmt, muß die mit
eingeströmte, specifisch leichtere Luft den obern Theil desselben er-
füllen, und wenn ihr keine Ausströmungsiffnung geboten ist, wird
ihre Pressung bei fortwährender Nachströmung so lange wachsen,
bis sie entweder den Wasserspiegel im Bottich >V so tief niederge-
drückt hat, daß sie mit dem Wasser durch die Lutte II entweichen
kann, oder sie wird endlich ungeachtet des nachstrcmenden Wassers
durch die Einfallröhre (^ selbst wieder zurückzutreten beginnen.
Bringt man aber im obern Raume des Vottiches .4, gewöhnlich im
Vodcn 2 desselben, eine Windabführungöröhre v an, so wird die
angesammelte Luft durch diese entweichen, und kann sofort an be«
liebige Stellen geführt werden. Je «ehr Widerstand die Luft in
der Lcitungsröhre v findet, je kleiner die entliche Ausstromungs-
öffnung derselben ist, desto größer wird die Pressung der in ^ an-
gesammelten Luft unter übrigens gleichen Umständen seyn müssen.
Nm das nöthige Wasser zu dem obern Ende der Einfallrohrcn zu
bringen, sind Wasserleitungen !5 erforderlich, die mit einfachen Schü-
tzen versehen werden, um nach Bedarf mehr oder weniger Wasser
zufließen zu lassen, wobei man sehr verschiedene Einrichtungen fin-
det, damit das niederströmende Wasser die größte Menge Luft mit
sich fortreißen und in die Einfallrohrcn niedertttibtN soll; die in
Fig. 7 und 8 dargestellten dürften indeß zu den entsprechendsten
Methoden gehören.
So einfach das Wassertrommelgebläse ist, so schwierig ist es
sich von dem Vorgange dabei strenge Rechenschaft zu geben; daher
fs nicht angehet, die Wirkung dieses Gebläses, wie bei den andern,
im voraus genau zu berechnen, oder nach sichern theoretischen Grün-
den die vcrtheilhafteste Vonstruction zu bestimmen, sonder» man
muß sich hierbei vorzugsweise an die Erfahrung halten. Versucht
man den Vorgang i» der Einfallröhre durch kleine in selber aus-
gebohrte Oeffnungen zu erfahren, so findet man, daß in den obern
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen