Page - 175 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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nur in der Siedhitze vollständig, aber zum Theil schon durch star<
kes Schlagen oder Schütteln in gewöhnlicher Temperatur entbun-
den werden kann. Aus diesem Grunde läßt man das Waffer von
der untern Mündung der Einfallröhren nicht unmittelbar in den
Nasserspiegel des Vottiches ^ niederstürzen, sondern vorerst auf
hölzerne «der steinerne Vänke k Fig. 7, Vrechbänte genannt,
aufschlagen, wodurch dasselbe zu möglichst feinen Strahlen zerstäuben,
folglich einen großen Theil seiner absorbirten Luft fahren lassen
muß. Zugleich bezwecken die Vrechbänke noch, daß der Wasserspie«
gel im Bottich ^ in weniger heftige Bewegung versetzt wird, mit-
hin weniger Gefahr vorhanden ist, daß ein Theil der angesanunel«
ten Luft durch die Abflußöffnung des Wassers entweichen kann. Nm
gegen diesen Verlust gesichert zu seyn, muß man bei etwas kleinerem
Wasserspiegel der lothrechten Höhe des Abftußwassers, k Fig. ?
und 8, nahe die doppelte Hohe der beabsichtigten Windpressung
ertheilen.
Die Ansicht, daß man bei den Wassertrommelgebläsen noch«
wendig eine bedeutende Gefällshöhe haben müsse, um eine für alle
Zwecke der verschiedenen Eisenprozesse genügende Windpressung zu
erlangen, wird sehr oft in übertriebenem Maße verstanden *).
als letztere. Hieraus folgt, lass lieft rom Wasser aui der Atmosphäre
«bsorbirte und »erdichtete iluft g,,,iz besonder« geeignet seyn muü, den Ver»
drennungspiozeü lebhaft m machen.
») Um darüber zu einer Vorstellung zu gelangen, erlauben wir un« folgende Be-
trachtungen, gegen die allerdings manche Einwendung zu mache» ist. Wenn
cS sich darum handelt, m,t der geringsten Wcfallshohe zum Ziele zu gelan»
gen, s» lann man nahe dle ganze Tonne ^ Fig. » unter den Boden des Ab»
flusiwassers, in 3ig u eurch <>i> bezeichnet. Versenken, mdcm man einen hin-
reichend grossen Xaum >m N»oe,>«nusgräbt, und in einer solchen Weite aui«
inauerl ooer au«j,»!mert, daß um den Behälter H noch ein Zwischenraun»
»o>, etlichen Zolle» bleibt! ebenso braucht dieser Nchaltcr, mit seinem untern
ylande auf einigen Unterlage» ruhend, vom Boden nur um etwa > Zoll
abzustehen. Das untere Ende der Emfallrohre ^ fömmt som,t ungefähr
l» gleiche höhe mit dem Abftusidoden zu liegen, ia lonnte sogar noch et«
!va« tiefer reichen, indem schon die Luft selbst den Wasserspiegel inner»
halb Ve« Behälters ä niedcrdiücken wird, sobald die Trommel in Thätig'
leit gesetzt >st. An» obern Ende der Vmfallrohre ist über dem Luftsacke»
v. >, über der Mündung c, eine Hohe »on »,/; Fufi für alle Falle zurei«
chend. Vom untern ßnoe d«r Linfallrohre müssen wir die Höhe bis »,
welch« sich »on selbst steii nach dcr Windpressung regulirl. «ls »erl»r«ne.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen