Page - 188 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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Vci den Kclbengcbläsen unterscheidet man einfach wirkend«
und doppelt wirkende Gebläse, je nachdem der Kolben entweder
nur bei seinem Aufgange oder nur bei seinem Niedergänge wirklich
Luft auspreßt, die rückgängige Bewegung aber ohne Wind zu lie«
fern macht, also einfach wirkend ist, oder aber bei seinem Aufgange
und bei seinem Niedergänge Gebläseluft auspreßt, mithin im Ver«
gleich zu der vorigen Einrichtung doppelt wirtend ist. Es leuchtet
sogleich ein, daß einerseits der Mechanismus eines einfach wilken«
den Gebläses ebenfalls einfacher ausfällt, die Befestigung aller
einzelnen Theile leichter, und eine Seite des Kolbens wie der größte
Theil der Seitenwände des hohlen Gebläferaumes steis zugänglich
wird, die Reparaturen seltener ausfallen und leichter vonuneh-
men smd, andererseits aber zur Erlangung der gleichen Wind-
menge die Kästen oder Cylinder des Gebläses entweder die doppelte
Größe erhalten oder in doppelter Anzahl vorhanden scun müssen,
wodurch der Vewcgungsmcchanismus schwerfälliger, die Reibung grö,
ßer werden, und sofort von der verwendeten Vetricbskraft ein minde-
rer Effect erfolgen muß. Aus diesen Rücksichten macht man die Ka<
stengebläsc, bei denen ein Kasten mit seinem Zugehör im Vergleich
zu einem Cylinder wenig tostet, die Reparaturen wegen des un>
vollkommenen Vcwegungsmechanismus und des unbeständigen Hol-
zes ohnedies öfter vorfallen, und auf die vortheilhafleste Benützung
der Vctricbskrafc von vorne herein verzichtet werden muß, gerne
einfach wirkend, wogegen die Culindergebläse fast olme Ausnahme
doppelt wirkend eingerichtet werten.
Wenn bei einem Hammerwerke zur Versorgung der verschie-
denen Feuer Kolbengebläse aufgestellt werden, erhält nicht jedes
Feuer sein eigenes Gebläse, wie dies bei den Valgengebläsen tcr
Fall, und in Fig. < bis 5» Tab. Hl. zu ersehen ist, sondern man
bringt gewöhnlich nur Ein, höchstens bei größeren Anlagen zwci
Gebläse an, von denen der Wind mittelst Leitungen zu den einzel-
nen Feuern geführt wird. Dadurch wird außer den geringern Vau-
kosten noch der wesentliche Vortheil der Naumcrsparung erreicht;
überdies erhält man dadurch Gelegenheit, das Gebläse ganz außer-
halb des staubigen Hüttenraumcs in einem eigenen Gebäude auf-
stellen zu können, was zur bessern Erhaltung des Gebläses wesent-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen