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lich beiträgt, und daher nach Thunlichkeit berücksichtiget werden soll.
3,'ei tcn einfach wirkenden Gebläsen bringt man immer zwei oder
mehrere Kästen oder Cylinder an, damit ein gleichförmiger Wind
eniclt wird, wodurch man den Regulator ganz erspart; oder wen»
ja noch ein sclcher angebracht wird, was meistens geschieht, kann
dieser viel kleiner seyn, um die gewünschte Gleichförmigkeit des
Windes zu erreichen. Unter den gemeinen Hammerarbcitcrn, wie
unter den «in praktisch gebildeten Gewerken und Vcamten, die
von jeher an ihre Spitzbälgc gewohnt waren und denen alle rich-
tige Theorie fremd ist, stößt man oft auf ganz sonderbare Vorur-
teile gegen tie Anwendung der Kolbengebläse mit ihren Windlei-
tungen; allein gegenwärtig verschwinden diese Vorurtheile selbst un«
lcr der genannten Classe von Leuten immer mehr, da sie die besten
Iiesultate von den mit Kolbengebläsen betriebenen Werken täglich
hören und sehen, weßhalb uns hier eine Anempfehlung dieser Ge-
bläse unnölhig dünkt. Wir wollen nun zuerst die Kasten- und dann
die Culintergebläse im Detail kennen lernen, dabei uns jedoch auf
das Wichtigste beschränken, um nicht weitläufig zu werden in einem
Gegenstände, der schon in vielen Büchern umständlich abgehandelt
nurde. Tie für Gebläscanlagcn nöthigen Berechnungen sollen zu-
lchl folgen.
ß. 5.5. Vei einem Kastcngcbläse, und zwar zunächst bei ei-
nem einfach wirkenden, können wir folgende Hauptbestandtheile un«
lerschcidcn:
1. Tie Kästen mit dem Windsammlungsrastcn und dem Re-
gulator, 2. die Kolben mit ihrer Lieterung, 3. den Bcwegungsme-
chaniömus, und 4. die Windleitung.
Tic Anzahl und Große der Kästen muß sich zunächst nach
der erforderlichen Windmcngc richten. Die gewöhnlichste Anzahl
der Kästen ist indessen 2 oder 3, und die üblichste Seitenlange über
3 bis etwas über 6 Fuß. Vci 2 Kästen ist die Eintheilung ihres
Zusammenwirkens von der Art, daß jeder für sich bläst, jedoch müs«
sen sie angemessen der mittlern Windpressung etwas füreinander-
grcifcn, wie schon bei den hölzernen Välgcn erörtert wurde; sind
deren 3 vorhanden, so wirken gewöhnlich 2 gleichzeitig, während der
Kolben dcö dritten die rückgängige Bewegung macht. Anders ist
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen