Page - 190 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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die Einthcilung, wenn die Bewegung der Kolben durch Kurbeln
geschieht; doch davon später. Tie Seitenlange mit 3 Fuß und
darunter zu wählen, wird vermöge der Windmengc selten erforder-
lich seyn, und man vermeidet es gern, weil, je kleiner der Quer-
schnitt, desto größer verhältnißmäßig die Kolbenreibung wird; aber
sie viel über 6 gegen 7 Fuß zu machen, ist nicht räthlich, weil bei
einer etwas starken Windpressung dann schon ein merkbares Aus-
bauchen der Seiten eintritt, wenn man nicht sehr starte, 3^/, bis
4V« zottige Bohlen dazu verwendet- Ueberhaupt muß die Stärke
der Seitenwände mit der Länge derselben zunehmen. Am öftesten
werden die Kästen aus 2 bis 3zölligen, astfreien, gut ausgetrock«
ncten Bohlen einer leichten Holzart hergestellt, wovon die zu einer
Scitcnwand erforderlichen Stücke auf einander geleimt, und diese
Seitenblätter dann auf dieselbe Weise, wie die Bohlen der Valgen-
gebläse in einander gefalzt, verbunden, nnd die Ecken außerhalb
gewöhnlich mit 3 Zoll breiten Eiscnblechstrcifen übernagclt werden.
Besser als die zintenarlige Verfalzung ist übrigens das Zusammen-
schrauben derselben, weil man die Schrauben nach Bedarf anziehen,
und im Falle einer Hauptrcparatur bei den Kästen dieselben wieder
losen, und die Kästen sofort leicht auseinander legen kann; nur
müssen bei dieser Verbindung die Bohlen etwas stärker seyn, weil
die Verbindungsschrauben, wenigstens jene für den Deckel, in die
Scitcnwandstärke selbst eingelassen werden müssen; jene für die
Scitcnwände fordern nur horizontale Bohrlöcher, die durch das Äoh-
lenmittcl laufen, eben groß genug die Schraubcnbolzen aufzuneh-
men. Von außen wird an die vorragenden Köpfe der Schrauben-
bolzen vorerst über jede Reihe eine durchlochte Eisenschiene gelegt,
dann die Schraubenmutter daraufgelcgt und angezogen. Jede der
zwei gegenüberstehenden Seilenwände, welche für alle Kästen in
Eine Richtung fallen, läßt man zur bessern Verbindung meist aus
Einer langen Wand bestehen. In Fig. 15 Tab. I I I . ist tie Ver-
bindung mit Schrauben angedeutet; die Höhe der Seitcnwände ist
gewohnlich deren Länge gleich (obschon die Kolbcnbewczung bei
etwas größern Kästen selten mehr als V, der Seitenlange beträgt),
weil der Kolben in seinem höchsten und tiefsten Stande immer noch sich
innerhalb des Kastens befinden muß.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen