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jedem Kasten der Kolben schon bewegt haben, bis das Ventil durch
den Gegendruck geöffnet wird, desto jäher geschieht aber sodann tas
Oeffnen derselben, und ein desto heftigerer Windstoß erfolgt da»
durch, der vermieden werden soll. Mehr als '/« Zoll Anschlag soll
man den Auslaßventilen nicht geben, obschon häufig ^ Zoll und
mehr getroffen wird. Den Säugventilen, welche sich bei den einfach
wirkenden Kästen im Kolben befinden, kann man zum bessern Ab-
schluß etwas mehr Anschlag ertheilen, weil auf diese bei ihrem
Oeffnen keine verdichtete, im Gegentheile verdünnte Luft drückt;
aber mehr als '/^ Zoll Anschlag sollen auch diese nicht erhalten.
ß. 5N. Der Kolben X. Fig. 13 Tab. III. wird aus meh«
reren kreuzweise verbundenen Bohlen so hergestellt, daß er von den
Seiten des Kastens einige Linien absteht; er wird dann entweder
mit zwei breiten oder vier quadratischen Füßen unterfangen, die
sich nach abwärts zusammenziehen und in einem starken Querstücte
«z eingelassen sind. Bisweilen aber gibt man dem Kolben eine starke
mittlere Kolbensäule mit vier Eckspreizcn. Mit dem untern Ende
der Kolbcnsäule, oder des Querstückes ist die Vewcgungsvorrichtung
in Verbindung gebracht, was nach Verschiedenheit des Vewegungs«
Mechanismus auf verschiedene Weise bewerkstelliget werden kann,
wovon später.
Die Verdichtungsvorrichtung, Liedcrung, zwischen Kolben und
Kastenwändcn, welche in früherer Zeit wie bei den hölzernen Väl-
gen mit Leisten hergestellt war, hat man in neuerer Zeit bei tcr
mit Reckt allgemein üblichen Graphitirung mit Lcder auf mannig-
faltige Art ausgeführt. Eine der gewöhnlichsten und zweckmäßigsten
kiederungsarten ist die in Fig. 14. Tab. III. vcrsinnlichte. Tcr
Kolben erhält nämlich am Rande der obern Seite zur Aufnahme
des Lederstulpcs », der mit Pfcidchaar ausgefüllten Wurst l», und
der Leiste e einen in der Figur ersichtlichen Ausschnitt. Der Ledir«
stülp 2 muß aus einem starten, weich gearbeiteten Nindslcder aus-
geschnitten, und mit mehreren Heftnägcln an den Kolben K befe-
stigt weiden. Da man diese Lederstreifcn nicht in einer Länge fir
den ganzen Kolbenumfang erhalten kann, so werden die einzeln.»
Streifen an ihren Enden zugeschärft geschnitten, und mit den ta-
turch dünner gemachten Enden übereinander gelegt; ahnlich »u-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen