Page - 196 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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seyn, die gleichwohl noch besser als die eigentliche Wurstlicdcrung
ist, wenn man nur von Zeit zu Zeit Nachsicht pficgt, daß die Lie-
derung einerseits nicht wintlässig ist, und andererseits das Anziehen
der Leisten nicht unnöthig start geschieht.
Sehr entsprechend scheint demnach die einem französischen Ge-
bläse entnommene Licterung, wie sie Fig. 18 Tab. III. darstellt.
Dem Kolben k sind in seinem Ausschnitte einzelne Nippen m ge-
lassen, auf welchen die lose gelegten Leisten l» ruhen, die aber zu
mehrerer Sicherheit einige Stifte ä eingeschlagen erhalten, welche
in länglichen Ocffnungcn dcr am Kolbeu befestigten Pratzen » et-
was Epiclraum haben, um die Beweglichkeit der Leisten innerhalb
dieser Gränzen zu gestalten. An diese Leisten >i und den Kolben k
ist das Lederband e luftdicht genagelt, und wie nun durch den Auf-
gang des Kolbens über demselben die Luft verdichtet wird, tritt
diese nach der Nichtung des Pfeiles hinter das Leterband, welches
dadurch mit entsprechender Kraft an die Wand des Kastens gedrückt
wird, welcher Druck beim Niedergänge des Kolbens aber ganz auf-
hören muß. Ein Versagen der Liederung ist hierbei ungeachtet der
beträchtlichen Höhe des Lederbandes offenbar nicht denkbar, so lange
das Leder halbwegs luftdicht zwischen Kolben und Leisten schlicsit.
Die Saugöffnungen, welche sich bei einfach wirkenden Geblä-
sen im Kolben befinden, werden bei uns, siehe >n Fig. 1 i, „»»st
in der Mitte des Kolbens angebracht, und erhalten wie die Aus-
strimungsöffnungen eine quadratische Gestalt von 15 bis 20 Zoll
Seitenlänge, durch die man folglich leicht in das Innere des Ka«
stens steigen kann. Wenn aber der Kolben eine mittlere Kolbensäule
erhalten hat, dann kann die Saugöffnung nicht in der Mitte tcs-
selben, sondern muß nothwendig seitwärts angebracht seyn. In tie-
fem Falle pflegt man dann bei jedem Kolben zwei Oeffnungcn
auf gegenüberliegenden Seiten und von Gestalt eines länglichen
Rechteckes anzudringen, und da man durch diese kleinern Ocffnun-
gen nicht mehr in das Innere des Gebläses gelangen kann, nird
ts nothwendig zu diesem Zwecke eine eigene mit einer Platte rer-
schraubte Ocffnung im Deckel des Kastens oder des Windsamm-
lungsraumcs anzubringen, welche Ocffnung das Mannloch ge-
nannt wild; ist tcin Mannloch verhauten, so muß dcr ilclbcn gi>u
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen