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immer zwei blasen, wahrend der Kolben des dritten Kastens die rück-
gängige Bewegung macht. Nie gleiche Einthcilung wird bei dem
Gebrauche der excentrischen Scheiben angewandt; nur bei der Kur-
belbewegung geht dieses nicht an, und würde hierbei auch nachthei-
lig seyn, indem bei drei Kurbeln eben dadurch eine ziemlich gute
Ausgleichung der jeden Augenblick gelieferten Windmcnge möglich
wird, daß in der mittlern Hubhöhe eines jeden Kolbens, wo die
Kolbengcschwindigteit am größten ist, dieser allein bläst.
ß. 58 . Wenn ein Kastengcbläse doppelt wirkend eingerichtet
werden soll, wird es jedenfalls räthlich, nicht bloß die Kästen solider
und stärker zu machen, sondern überdies einen thunlichst soliden Mecha»
nismus zu wählen. Letzteres veranlaßt freilich mehr Ilntosten, und
man wird in einem solchen Falle gewöhnlich auch die Unkosten
eines eisernen Cylinders nicht scheuen. Indessen die eisernen Cylinder
verursachen denn doch immer die vorzüglichsten Auslagen, und bis-
weilen kann man in der Lage seyn, daß gerade die Cylinder schwer
zu erhallen sind, während die übrigen Bestandtheile, das Gehwert,
leicht angefertigt werden können. In einem solchen Falle wird es
allerdings zweckmäßig seyn, ein gutes doppeltwirkendes Kastenge-
bläse aufzustellen.
Für einen Doppelbläser wird es nothwendig, dem Kasten,
siehe Fig. 15 Tab. I I I . , nebst dem Deckel auch einen Boden zu
geben. Der Kolben wird massiv, ohne Ventil hergestellt, und es
muß im Boden wie im Deckel des Kastens nebst dem Ausströ-
mungventile zugleich eine zweite Ocffnung mit dem Saugventile
angebracht seyn, oter, was in anderweitiger Rücksicht weit empfeh-
lenswerthtl ist, man bringt die Ausströmungsöffnungen ganz nahe
am Voden und Deckel in einer Scitenwand des Kastens an, und
macht sie nieder, dafür aber breiter, während im Boden und De-
ckel nur die Saugventile vorhanden sind, von denen das im De<
ckel befindliche mit einem äußern Gegengewichte e zum Schließen
desselben versehen seyn muß. Der Kolben wird mit einer genau
cylindrisch abgedrehten Stange, Kolbenstange, k verschen, welche
durch den Boden oder durch den Deckel hindurchgehen und sich
darin auf- und niederbewcgen muß. Dabei wird eine besondere
Vorrichtung ncthig, damit neben der Kolbenstange nicht zugleich
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen