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recht durch die Stopfbüchse auf und ab bewegen muß, ist sie bis
l verlängert, und gleitet mit dieser Verlängerung in einer metal«
lenen Hülse t, die durch einen festen Arm ? getragen wird. Auf
der Kulbelwellc sitzt das Zahnrad 2, in welches ein zweites Zahn-
rad eingreift, das sich auf der Wasscrradwclle befindet. Es erübrigt
uns zur vollen Deutlichkeit des in Fig. 15 dargestellten doppelt«
wirkenden Gebläses nur noch die vorhin berührte Einrichtung der
Stopfbüchse und der Kolbenlicderung näher zu erklären. Die Stopf«
büchsc in Fig. 16 nach doppelt so großem Maßstabe ist am Ka«
stenboden mit mehreren Schrauben ä befestiget, und besteht aus
zwei in einander verschiebbaren eisernen Cylindern U und (!, mit
dem dazwischen gebrachten Verdichtungsmittel n>, wozu am liebsten
ein in Fett getränkter Hanf verwendet wird. In dem äußern Cy-
linder U sind meist vier Schraubenstifte e und an diesen hernach
die Schraubenbolzen k befestiget, welche letztere durch Löcher des
übergebogcnen Randes vom Cylinder (! laufen, so daß durch
die Schraubenmutter r der Cylinder 0 beliebig angezogen werden
kann, um das Verdichtungsmittel m luftdicht an die Kolbenstange
zu pressen. Die im Grundrisse Fig. 17 gesondert dargestellte Leisten«
liederung bestehet aus vier gleichen Seitenleisten k und vier glei«
chen Ectleisten >; nur erstere werden durch dahinter eingelegte Dop«
pelfedern F nach außen gedrückt, allein bei dem gewählten schiefen
Zusammenstoßen der Seiten- und Eckleisten weiden durch erstere
auch die lehtern nach außen, d. i. an die Kastenwand gedrückt.
Die Innenflächen der Kastenwände werden am besten graphitirt,
Uni dann die Leisten auf ihren reibenden Seiten mit wnchem Le»
der vrrsthcn. Um den schädlichen Naum möglichst zu vermindern,
braucht man bloß zu sehen, daß der Kolben auf beiden Seiten kein«
vorstehenden Köpfe hat, die deßhalb in den Kolben versenkt seyn sol<
len, oder man versieht Voden und Teckel mit entsprechenden Vertie-
fungen zur Aufnahme der vorstehenden Köpfe, damit die Größe der
Kclbenbewegung, welche übrigens natürlich ganz durch die Kurbcllänge
bclingi ist, so eingerichtet werden kann, daß er in seinem höchsten und
in seinem niedersten Stande dem Voden und Deckel ganz nahe kömmt,
tz. 50 . Die Cylindergebläse, wie wir schon im Paragraph
54 hörten, werden in der Regel von Gußeisen und doppelt wirkend
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen