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Valanciers allgemein der Fall ist; allein man muß mit der vor-
räthigen Schmiere im trichterförmigen Behälter der Stopfbüchse vor»
sichtig seyn, weil es sonst leicht geschehen kann, dȧ die Arbeiter
unterlassen, die Stopfbüchse dicht genug anzuziehen, und lieber öf-
ter Schmiere nachgießen, so zwar daß der ganze Kolben im In-
nern mit Schmiere überrennen und die Liederung verdorben wird.
Es dürfte daher eine trockene Füllung der Stopfbüchse aus Hanf,
Tuch oder Lcder bestehend und mit Graphit geschmiert, viel zweck-
mäßiger seyn, und diese kann unten so gut wie oben angebracht
werden.
Den Ventilen sucht man nach Thunlichkcit eine gegen den
Horizont geneigte Lage zu geben, damit sie durch ihr eigenes Gewicht
schließen; ist dieses jedoch nicht wohl möglich, so wird das Schließen
durch Gegengewichte, oder (aber weniger zweckmäßig) mit Federn
bewirkt. Man macht bei Cylindergebläsen ebenfalls meistens Klap-
penventile, wobei der Schluß durch Lcder oder Filz und Schafpelz
geschieht. Die nöthige Steife erhält das Ventil durch leichte Holz-
klappen oder durch Eisenblech, wozu das letztere zweckmäßiger scheint,
weil man bei Holzklappen dann auch den Anschlag von Holz ma-
chen soll. Die charnierartige Beweglichkeit wird den Ventilen ent-
weder mit metallenen Charnieren, die »m Rande der Ventilöffnung
angeschraubt werden, oder wie bei den hölzernen Gebläsen nur mit
dem hierzu mehr vorstehenden Leder ertheilt, welches gleichfalls an
den Rand der Ventilöffnung angeschraubt wird, nachdem zuvor Zu-
legstäbe darüber gegeben wurden. Die Saugventile sollen thunlichst
groß seyn, und können dann zugleich als Mannlöcher dienen, die
Ausströmungsventile aber müssen aus den schon erörterten Grün-
den kleiner, und besonders mit einem schmälern Anschlage versehen
worden.
Bei eisernen Cylindergebläsen soll der Kolben ebenfalls von
Gußeisen gefcrtiget seyn, wie auch bei allen bessern Cylindergcblä-
sen wirklich geschieht; nur Mangelhaftigkcit in irgend einer Be-
ziehung kann den Gebrauch der hölzernen Kolben veranlassen. Der
«us Gußeisen hergestellte Kolben muß am Rande genau concen-
trisch abgedreht seyn, und zwar so, daß dessen Durchmesser um A
dis 4 Linien kleiner, als des Cylinders innerer Durchmesser wird;
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen