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kann noch bemerkt werden, daß zur Verminderung der Kolbenrei-
bung bei allen diesen kiederungcn keine andere Schmiere angewen«
det werden soll, als fein geschlämmter Graphit, von welchem dann
und wann eine Handvoll bei den Säugventilen zum Einsaugen hin»
gehalten wird.
An die Hälse oder Ventiltästen der Ausströmungsöffnungen
schließt der Windsammlungstasten, welcher bisweilen nur in Röh-
ren bestehet. Damit man zur nöthigen Nachsicht und Nachhülfe
leicht zu den Ausströmungsventilen gelangen kann, wird es noth-
wendig geeignete Ocffnungcn anzubringen, die mit genau schließen«
den Deckplatten, wie bei <1 und t in Fig. 19 verschraubt werden.
Vom Windsammlungsraume aus laufen die Windleitungsröhren ß,
welckc entweder unmittelbar bis zu den Düsen, oder vorerst in ei«
nen Windregulator führen. Wenn ein Gebläse aus mehreren Cy-
lindern bestehet, die dann alle von ganz gleicher Gestalt und Ein-
richtung sind, so erhalten sie natürlich alle einen gemeinsamen Wind-
sammlungstasten oder ein gemeinsames Windsammlungsrohr.
Es ist kaum nöthig zu bemerken, daß der Cylinder bei seiner
Aufstellung und Befestigung genau in senkrechte kage gebracht, und
der Kolben ebenfalls genau lothrecht auf und ab bewegt werden muß.
Nie Befestigung der Cylinder am Gerüste geht stets von deren Vo<
denplatte aus, und nicht selten wird das Gerüst gleichfalls von
Gußeisen hergestellt, was aber oft zu kostspieliger, nicht mehr pro-
fitabler Solidität führt.
Fig. 19 zeigt uns ein einfaches, volltommen festes Gerüst
von Holzballen, zu dessen Verständlichkeit die Zeichnung genügend
seyn wird. Die Bewegung des Kolbens, wie schon früher bemerkt,
geschieht fast ohne Ausnahme durch die Kurbel, und zwar am
öftesten durch Vermittlung eines Balanciers, der sich oberhalb des
Cylinders befindet. Zur Verminderung der Kosten wie zur Er-
sparung an Raum wäre es gewiß oft viel zweckmäßiger, die Kur»
belstange ohne Balancier mit der Kolbenstange in Verbindung zu
bringen, wobei sich die Stopfbüchse im Boden oder im Deckel deS
Cnlinders befinden kann.
Bei jedem Vewcgungsmeckanismus muß auf die geradlicnige
Bewegung der Kolbenstange Rücksicht genommen werden. Erfolgt
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen