Page - 216 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 216 -
Text of the Page - 216 -
— 2l6 —
denen aber nur auf einzelnen Seiten, auf jenen nämlich, die elne
Außenseite des Kastens bilden, eine Erhitzung Statt findet, während
die Röhren ringsum von der Flamme bespielt und dieserwegcn besser
erhitzt werden. Einen solchen Kastcnapparat für kleine Feuer, der
unmittelbar die Wand des Feuers in der Gegend des Eßeisens bildet,
zeigt Fig. 28 Tab. III . Die Abthcilungswände wie die äußern
Ränder sind mit der einen Hälfte des Kastens aus Einem gegossen,
wählend die zweite Hälfte nur in einem Teckel besteht, der ausge-
schraubt den ganzen Kasten fertig macht. ^ bezeichnet die Oeffnung,
durch die der zu erhitzende Wind einströmt, durch N gelangt der er«
hitzte Wind aus dem Apparate, und 6 ist eine tonische mit Seiten-
wänden versehene Durchbrechung des Kastens, in welche das Eßeisen
zu sitzen kömmt.
Die Röhrenapparate haben eine große Mannigfaltigkeit, lassen
sich aber alle auf zwei Hauptarten zurückführen. Neiden Arten liegt
die Absicht zu Grunde, dem durchstreichenden Winde durch eine ver-
mehrte Röhrenstäche viel Gelegenheit zur Aufnahme von Wärme zu
geben. Die eine Art erreicht ihren Zweck dadurch, daß die in gleicher
Weite fortgepflanzte Windleitung im beheizten Erhitzungsraume mehr-
fach geschlangelt, und so verlängert wird; die andere Art aber dadurch,
daß die Communication zwischen der in den Erhitzungsraum eintre-
tenden und der aus demselben tretenden Rohre, durch mehrere enge,
und zwar der ungehinderten Ausdehnung wegen bogenförmig ge-
krümmte, Röhren hergestellt wird. Nach localen Verhältnissen und
der speciellen Ausführung kann bald die eine bald die andere Art als
die vorzüglichere erscheinen. Im Ganzen dürften jedoch die Apparate
der zweiten Art, welche bei den Hochöfen in Schottland und Eng-
land allgemein gebräuchlich und darnach die schottischen Appa-
rate benannt sind, den Vorzug verdienen, weil sie bei gleicher
Erhitzung viel weniger Röhrcnwiderstand verursachen, welcher bei
den Apparaten der ersten Art, den sogenannten Wasseralfin-
ger Apparaten, sehr bedeutend werden kann. Aebrigens wendet man
bei den Frischfeucrn doch gern die Wasscralfinger Apparate an,
weil sie sich oft viel einfacher anbringen lassen.
Die Verbindung der einzelnen Röhren zum ganzen Apparate
geschieht am besten durch die Muffcnverbindung. Die Ausfüllung
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen