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leitung in Verbindung geseht, wobei man noch eine Scheidewand
k einsetzen kann, damit aller Wind gezwungen wird, den Raum
der obern Tonne e zu durchlaufen. Wie nun der vom Gebläse
durch n kommende und bei d weiter strömende Wind zugleich den
innern Raum erfüllt, muß er auf den Voden der obern Tonne e
und den Wasserspiegel bei m mit seiner Spanntraft drücken; da-
durch wird der Wasserspiegel bei m sinken, und auf der äußern
Seite bei e steigen, bis der senkrechte Höhenunterschied vom m bis
e gleich ist der Windpressung durch eine Wassersäule gemessen; und
wenn der Luftdruck auf den ganzen Voten der Tonne e größer
wird, als das Gewicht dieser Tenne ist, muß die Tonne in die
Hohe gehoben, der Raum also vergrößert werden. Die dergestalt
bloß vom Luftdruck getragene Tonne e wird natürlich bei jeder Ab-
nahme des Luftdruckes sogleich niedersinken, den Raum »erkleinern,
bei jeder Weilern Zunahme des Luftdruckes aber stets wieder in die
Höhe steigen, den Raum vergrößern, und dadurch die gewünschte
Regulirung des Windstromcs bezwecken können. So lange die
Spannung des Windes nicht groß genug ist die Tonne « zu heben,
haben wir einen Regulator mit unveränderlichem Inhalte vor uns,
der nur dann eine merkbare Ausgleichung bezwecket, wenn er von
beträchtlichem Inhalte ist. Würde dagegen die Spannung der Luft
anhaltend so groß, daß die Tonne e immer meyr gehoben würde,
so müßte si« endlich herausgeworfen werden, oler wenn dem vor-
gebeugt wäre, müßte der Wind endlich durch das Wasser entweichen,
welches aber theilwcise mit herausgeworfen würde. Man muß dem-
nach der Tonne o, durch Beschwerung des Bodens, ein solches Ge-
wicht ertheilen, wie es der beabsichtigten Wmdpressung entspricht.
Nachdem man aber bei den Frischfcuern, wie wir später kennen
lernen werden, in den verschiedenen Stadien des Prozesses eine
verschiedene Windpressung braucht, und es zu umständlich seyn
würde, wollte man darnach auch jedesmal die Beschwerung des
Regulators abändern, so muß man sich auf einem der folgenden
zwei Wege behelfen. Hat man nur Ein Frisch- oder Ausheiz-
Feuer im Betriebe, oder sind zwar mehrere gleichzeitig im Gange,
bei denen jedoch die verschiedenen Perioden des Processes gewöhn-
lich gleichseitig fortschreiten, mithin die Vermehrung oder Vermin«
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen