Page - 222 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 222 -
Text of the Page - 222 -
— 222 —
volle Windpressung, bei der Düse hingegen eine in dem Verhält«
niß geringere herrschen, in welchem besagte Communicationsöffnung
kleiner als die Düsenöffnung ist. Durch die Windsperrungsvor-
richtung hat man demnach das einfachste Mittel den Wind jedem
Feuer mit der gewünschten Stärke zuströmen zu lassen, und man
braucht bloß durch einfache Merkmale an dem Schuber oder Hahn
der Windsperre versuchsmäßig die verschiedenen Grade der Wind-
pressung zu bezeichnen, um jedesmal schnell die gewünschte Pres-
sung zu treffen. Damit aber bei dieser Einrichtung durch Vermin-
derung der Windmenge bei Einem Feuer, den andern nicht um
so mehr Wind zugeführt würde, kann man sich entweder der im
§. 60 und Fig. 27 erklärten Vorrichtung bedienen, oder, was bei
dem Gebrauche eines in Rede stehenden Regulators zweckmäßiger
ist, man bringt im Oberboden der beweglichen Tonne e Fig. 29
ein Auslaßventil ß an, welches sich von selbst öffnet, wie die Tonne
eine gewisse Höhe überschreitet, und ebenso sich wieder selbst schließt,
wenn die Tonne tiefer sinkt. Dadurch wird zugleich ein zu hohes
Heben der Tonne, oder eine irgend wie gefährliche Windpressung
verhindert, weßhalb dieses Ventil auch Sicherheitsventi l ge-
nannt wird. Die Luft, welche beim Oeffnen des Ventils g ent-
weicht, verursacht ein lautes Zischen; ist dieses demnach anhaltend,
so beweist es einen unnöthig schnellen Gang des Gebläses, der durch
die Schützenstange des Gcbläscrades ermäßigt werden kann; umge«
kehrt kündigt das Ausstößen der beweglichen Tonne «: am Voden
einen zu langsamen Gang des Gcbläserades an, dem gleichfalls
durch die Wasserschütze abgeholfen werden muß. — Offenbar ist
der letztgenannte Weg zur Negulirung der Windmenge für jedes
Feuer der vollkommenere, und verdient in allen jenen Fällen den
Vorzug, wo mehrere Feuer von Einem Gebläse aus mit Wind
versorgt werden, ungeachtet ein kleiner E>fcctverlust des Gebläses
dabei unvermeidlich ist.
Die äußere Tonne des Regulators mit den zwei Teitenwän«
den kann zur Verminderung der Kosten ganz gut lon Dauben
mit Eisenreifen gebunden hergestellt, und allenfalls mit Oelfar-
be überstrichen werden; durch das beständige Gefülltse?« mit Was«
ser hat man von ihrer Nasscrlässigtcit nicht viel zu besorgen. Die
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen