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teste Wirkung Statt findet. Für cbcrschlächtige Räder berechnet
sich die vortheilhaftcste Geschwindigkeit des Radkranzes gewöhnlich
von 5 bis 6 Fuß; auch bei Klopfrädern ist ungefähr 6 Fuß die
üblichste Nadgeschwindigkcit. Vei Hammerwerken kömmt man indes-
sen gewöhnlich auf eine etwas größere Radgeschwindigkeit, weil man
dem Fluderwerke meistens eine beträchtliche Tiefe »on -4 bis 6 Fuß
ertheilen muß, damit sich darin das Waffer in jene» Perioden an-
sammeln kann, in denen der Frischhammcr nicht betrieben wird.
Dadurch wird man am öftesten auf ungefähr 8 bis 9 Fuß Rad-
geschwindigkcit geführt, die man übrigens in jedem einzelnen Fall
sich leicht berechnen kann. Tcr Umfang des Nades durch die er-
mittelte Geschwindigkeit getheilt, gibt sofort die Zahl der Radum-
gänge für den durchschnittlichen Betrieb.
Nach Z. 54 ist die mittlere Kolbengeschwindigkeit für Ka-
sten mit ungefähr '^ Fuß, für Cylinder mit 2 Fuß zu wäh-
len, wobei es nichts zu sagen hat, wenn dieselbe in einzelnen Pe-
rioden auf das Doppelte getrieben werden muß. Um aber nun den
Weg, den Kolbenhub, zu ermitteln (woraus sich sodann mit Rück-
sicht auf die Kolbengcschwindigkcit die Zeit eines Kolbenspieles oder der
einmaligen Umdrehung der Welle mit dem Vewegungsmechanismus,
dem Kolben ergibt) muß die benöthigte Windmengc bekannt seyn.
Vci unsern Frischfeuern beträgt der Düscndurchmcsser gewöhn-
lich 16 oder 1? Linien, und die Windpressung gegen 24 Zoll Was-
sersäule. Diesen entspricht laut der vorstehenden Tabelle eine Wind-
menge von 155 bis 174 Kubikfuß; nehmen wir also eine Wind-
menge per Feuer und Minute durchschnittlich, in llMdcn Zah-
len, von 170 Kubitfuß an. Vären nun vier solche Feuer mit
einem einzigen Gebläse zu versorgen, so müßte dieses durchschnitt-
lich 680 Kubikfusi Wind l'< -^ Minute liefern. Nachdem man aber
laut §. 63 rechnen muß, daß bloß 75 Procent von jenem
Luftinhalte des Gebläses wirklich geliefert werden, welcher der Kol-
benbewcgung entspricht, so müssen wir statt 680, Wö''/, oder bes
ser 919 Kubikfuß in Anschlag bringen.
Nehmen wir an, daß man sich zur Erbauung eines Kasten-
gebläscs, und zwar eines einfach wirkenden, entschlossen habe, so
würde man am besten thu», zwei Kästen aufzustellen, da 910 Ku-
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen