Page - 242 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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Zutritt der atmosphärischen Luft thunlichst abgehalten werde. Man
wird daher die Breite derselben am innern Rande wenig oder nichts
größer machen, als die Erstreckung der Hcrdgrube selbst nach die-
ser Seite hin beträgt; nach außen hingegen soll man die Vreite
zunehmen lassen, weil dies auf die Hitze im Vorglühherde keinen
Einftuß hat, wohl aber die Arbeit im Herde bei verschiedenen Ge-
legenheiten erleichtern kann. Die Höhe der Arbeilsöffmmg wird am
meisten in Anspruch genommen beim Herausnehmen tes gefrisch-
ten Klumpens, des Dachels, und muß zu dem Zwecke um so hö-
her seyn, je größere Dacheln erzeugt werden; mehr als 18, höch-
stens 24 Zoll werden nicht leicht erforderlich, oft 15 Zoll und we^
niger genügend seyn. Vei der Arbeit selbst genügt in der Regel eine
Höhe von ungefähr 12 Zoll, und es scheint daher das Gerathenste
zu seyn, wenn man diese Ocffnung mit der größten Höhe, die er-
forderlich werden kann, also mit ungefähr 24 Zoll herstellt, sie aber
mit einer leicht stellbaren Schubplatte, ähnlich einer Fallthür, oder
mindestens mit einem Vorhangblech versieht, daß sich über die ganze
Vrcite derselben erstreckt.
Die zweite unerläßliche Bedingung ist, daß man bei jener
Oeffnung, durch welche die Flamme in die Esse entweicht, einen
Schuber anbringt, mit dem diese Oessnung beliebig verkleinert wer-
den kann. Es muß besagte Oeffnung so klein gehalten werden, daß
die Flamme bei den Arbeitsthüren, durch die man in den Vorglüh-
herd gelangt, etwas herausgedrängt wird, wodurch das Hineindrin-
gen der äußern kalten Luft am besten abgehalten werden wird;
zugleich wirkt diese Spannung auch auf die Arbcitcöffnung des
Herdes zurück, und hindert ebenfalls das Einziehen der äußern
Luft. Es ist ganz irrig, wenn man glaubt, bei den Vorglühherden
wie bei den Flammöfen mit Rösten durch einen stärkern Zug eine
größere Temperatur zu erzielen, und eben so unrichtig ist die Mei-
nung, daß es zur vollständigen Verbrennung der Gase und somit
zur Erhöhung der Temperatur im Vorglühherde beitrage, wenn ein
gewisser Antheil der äußern Luft hinzutritt, denn es gelangt ohne-
dies schon durch daß Eßeiscn immer ein Ueberschuß von atmosphä-
rischer Luft zu den Kohlen, groß genug, um selbst im Vor.
glühherde noch mehr als nöthig wäre, vorzuwalten. Zu klein darf
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen