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meinte, kann nicht gelingen, cbschon man nothwendig mehr Hitze
in den Herd hinein bringt. Wie man sieht, handelt es sich hierbei
um die richtige Unterscheidung zwischen Menge und Intensität der
Wärme, waS zwei wesentlich verschiedene Dinge sind; nur insofern,
als die Intensität der Wärme durch unterbrochene Zuströmung und
durch die Abkühlung von außen herabgesetzt wird, muß dieselbe in
gleichen VorMhherden bei zwei Feuern großer, als bei Ginein seyn.
Berücksichtigt man dagegen, daß bei zwei oder mehreren Feuern
die Aenderungen und Unterbrechungen in der Ucberhitze öfter als
bei Einem vorkommen müssen, und demgemäß die Aenderungen
mit dem Schuber bei der Fuchsöffnung (durch welche die Flamme
in die Esse entweicht) vor jedem Frischen sclbstständig vorgenommen
werden sollen, so wird man einsehen, daß hierdurch viel öfter eine
Erniederung als eine Erhöhung der Temperatur im Vorglühherde
die Folge seyn wird. Vei entsprechender Anordnung der einzelnen
Verhältnisse kann die Temperatur der Vcrglühherde bei unsern
Frischfeuem, wo jedes Feuer seinen eigenen Glühherd hat, bis zur
beginnenden Weißglühhitze gesteigert werden, die also groß genug
ist, um graues Roheisen oder Spiegelcisen in eiuen ziemlich vollkom-
men flüssigen Zustand zu bringen.
Die lctztberührte Erscheinung, welche in den mit Roheisen
beladenen Vcrglühhcrden auf mehreren Hammerwerken beobachtet
wurde, gab schon vor mehreren Jahren an verschiedenen Orten Ver-
anlassung, die Ucbcrhihe der Frischfeuer zum Pudteln des Rohei-
sens ;u versuchen; allein bisher ist es nirgends gelungen damit
zu Stande zu kommen, und es scheint uns die Sache zwar schwie-
lig, aber doch einige Hoffnung des Gelingens vorhanden zu seyn ').
lhr nahe gelegen ist die Idee. der Ucbcrkiye, welche nur in einzelne» Perio-
len des Pudel,ngprozesseS von zl! »eringer Intensität >st, durch die Veigabe
einer andern h,yqi>,lle nachzuhelfen. H,e Versuche, zu yem Ende emcn c,gc»
„en Feucrrost nnt in Verbindung z» brmqc», au! welchem «ach Nedatf mit
Holj »der St>',»kohlen geheizt werden kann, sind »,chl gelungen, Mchr Hoff-
nung lassen dag.ge» die Versuche >mt Vechülfe emcs Gasgenerators, der un»
mittelbar die ÜLoliseite dcs Frischfeuers b>ldct, und wobei die ohnedem werth»
lose«ohlcntt'sche <ur Erzeugung der Gase verwendet werden kann, lledrigeni
trägt zur «Zi'höhung der Temperatur schon der Umstand »>c! bei, wen» man
zwischen Frisch- »»» Pu?»l>ngberd einen vertititen Raum zur Al'sondc-
r»„g dei häufigen Zlugst.uchcs anbringt.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen