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mehr oder weniger zurückgedrängte Hitze dadurch sehr vermindert
wird, daß die Nrbeitscffnung möglichst klein gehallen wird. Ne-
brigens kann dem lehtern Uebelstande noch durch angebrachte Kühl-
tästcu begegnet werden, wie auf einigen Hütten zu scheu, obschen
dies kaum nöthig ist. Man hat aus diesem Grunde die Glühherde hie
und da ganz bezeichnend mit dem Namen liegende Essen belegt,
denn in der That kann man diese Herde als einen Theil der Esse be-
trachten, welcher sich in liegender Stellung befindet. Es genügt bei
solchen Glühherden, wenn an die Fuchsoffnung, bei der die Flamme
aus dem letzten Herde tritt, und die (wie früher angeführt wurde)
mit einem Schuber versehen seyn soll, eine quadratisch gemauerte,
oder cylindrische Esse von Eisen, mit ungefähr 2 Quadratfuß Quer-
schnitt angebracht ist, die nur bei 3 Klafter Hohe hat. Eine solche
cvlindrische Esse ist unter andern bei einem der Frischfeuer am
Ealzahammer zu sehen, und eine quadratisch gemauerte Esse der
Art zeigt Fig. 11 und Fig. 13.
ß. 7V. Vevor wir zur Betrachtung der eigentlichen Frisch-
Herde übergehen, sollen die auf Tab. IV. abgebildeten Vorglühherde
mit und ohne Winderhitzungsapparate näher erklärt werden, weil
der Gegenstand so wichtig, bisher offenbar zu wenig gekannt und
gewürdigt worden ist.
Am Salzahammer bei Maria-Zell sind mehrere verschiedene
Anlagen mit Glühherden und Lufterhitzungsapparatcn; die in Fig.
1 bis 3 dargestellte wird daselbst aber für die gelungenste angesc^
hen. Dieselbe wurde in einem pyramidalen Eßkogel der alten Art,
dem das Gemäuer 6, O angehört, eingebaut. Zu dem Ende
mußten jedoch in dem alten Essengemäuer drei neue Ocffnungei,
ausgebrochen werden, eine große bei IV, um darin die Arbcitsoff«
nung <1 für den Glühherd N, und die Oeffnung o zur Reinigung
des schottischen kufterhihungsapparates (! anzubringen, und zwei
kleine auf der gegenüberliegenden Seite zur Ein- und Ausführung
des kalten und erhitzten Windes, wie <m Grundrisse Fig. 3 mit
punctirten Linien angedeutet wurde. Dagegen ist die hohe Arbcits-
öffnung der alten Esse durch das Ziegelmaucrwert k Fig. 2 und
Fig. 3 auf eine kleine Arbcitsöffnung reducirt worden, wie aus
den Figuren zu entnehmen. Im gewünschten Falle kann bei dcr
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen