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der Naum C dagegen zum Vollenden der Vleche, wie zum letzten
Ausglühen der fertig gewalzten Vleche benutzt; und in ähnlicher
Weise geschieht die Verwendung bei Erzeugung verschiedener Stab-
eisensorten. In der ersten Wochenschicht ist die Hitzkraft, besonders
im hintern Herde, allerdings nicht sehr groß, aber in den folgen-
den Schichten für die genannten Zwecke vollkommen hinreichend, da
selbst der Herd t! gute Ncthglühhitzen gibt. Soll die Temperatur
im Herd» v erhöht, in <ü aber vermindert werden, so behilft man
sich dadurch, daß in den Hcrdraum !i mehrere Ziegeln eingelegt,
daselbst also eine Verengung der Communication zwischen beiden Her-
den bezweckt wird, während der Schuber «z nach Belieben geöffnet
werden kann.
Die Figuren 14, 15 und 16 endlich versinnlichen die bei Zop-
tau in Mähren üblichen nach ihrer Abstammung sogenannten Com-
toi'ser Frischfeuer. Fig. 14 ist der Grundriß, Fig. l5 ein Längen-
durchschnitt und Fig. 16 eine äußere Ansicht von vorne. 4 ist der
Frischhcrd mit seinen beiden neben einander liegenden Formen, »
die Arbeitsplatte, k das Seitcnblech, I) die Arbeitscffnung, k eine
kleine Ocffnung zur Reinigung der untern Seite des Windkastens
<^ von der angesetzten Frischschlackc. Der kalte Wind wird durch d
zugeführt, und gelangt im erhitzten Zustande durch o zu der Pipe
I», welcher durch die Leitung cz nach Wunsch auch kalter Wind ge-
liefert werden kann; vom Windtasten führen die beiden Düsen zu
den Formen. In den Glühhcrd II gelangt man durch die beiden
Thüren ß und l,; aus dem Glühyerde führt der Zug durch ä ab-
wärts nach o, und sofort zur Esse N. Zur Regulinmg der Tem-
peratur im Herde Ii soll in ä oder e ein Schuber angebracht seyn,
ohne den die Temperatur nie auf eine entsprechende Höhe gebracht
werden kann. Non der eigenthümlichen Einrichtung tes Frischher-
des werden wir beim Vaue des Frischherdes zu sprechen kommen.
Vei allen diesen Frischfeuern befindet sich die Fcuerbrücke des
Glühherdcs gerade der Arbcitseite der Herdgrube gegenüber, eine
Lage, die jedenfalls mehr zu empfehlen ist, als jene, wobei der
Glühherd dem Eßcisen gegenüber angebracht ist, weil bei der er-
stern Einrichtung die Hitze von der Arbeitsöffmmg des Frischfeuers
lcsser zurück gedrängt wild. Vei einer solchen Anlage ist das ?In«
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen