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mehrere Gewichte ersetzt, welche auf die vorstehenden Zangenschäfte
gelegt, selbe sofort gleich den Häckchen niederhalten.
Aus dem, was bisher über den Vau eines solchen Frischfeucrs
angeführt wurde, kann nun leicht die genauere Gestalt der Esse ab-
genommen weilen, in welcher diese ohne dem Frischfeuer von dem
Baumeister aufgeführt wird; dcnn das letztere wird immer erst spä.
ter vom Hammermeister hergestellt, dem die Zustellung der Frisch-
feuer obliegt, und sie unbeschadet des Essengemäucrs nach Bedarf
repariren oder abändern kann. In Fig. 17, Tab. IV ist die Esse
ohne das Feuer im Grundrisse dargestellt. Man ersieht daraus,
taß alle beim Feuerbau angeführten Theile weggelassen sind, und
daß sich auf der Formseite eine kleine überwölbte Ocffnung ^ im
Essengemäuer befindet, die sich nach außen trichterförmig erweitert,
auf der innern Seite aber einen erweiterten Absatz zur Aufnahme
dts Ziegclmauerwerkes hat, welches die Formseite des Feuers bil-
det, und gleichfalls öfters erneuert werden muß. Weil aber die Er-
neuerung dieser Ziegelmauer ungleich seltener nothwendig wird als
tie Auswechslung des Eßeisens, so ist dieselbe mit einer von Guß-
eisenplatten ausgehaltenen Oeffnung verschen, worin das Eßeisen
eingemauert, und für sich herausgebrochen werden kann, ohne das
übrige Mauerwerl zu berühren, siehe Fig. 18. Visweilen wählt man
zur Aushaltung dieser Oeffnung ein eigens gegossenes Gehäuse,
Formtastel genannt, daß vorne und hinten offen ist, mit den übri-
gen vier Seiten aber »in Ganzes bildet, oder allenfalls auch am
Boden offen ist, indem beide Seitenwände auf dem Mauerwerte ru-
hen. Jedenfalls muß diese Oeffnung so groß seyn, daß die Form
bequem aus« und eingebracht, und überdies etliche Zoll nach ein
oder der andern Seite gerückt werden kann.
Von der Größe und Lage des Eßcisens, Gegenstände von gro-
ßer Wichtigkeit, ist in den folgenden 8§. 79 und 82 sonderheitlich
gehandelt.
Gemauerte Herdgruben kommen, außer den bisher betrachte»
ten, noch bisweilen bei den sogenannten Hartzerrenn-, Raffinir-
oder Feineisen-Feuern vor. wobei die gemauerten Seitenwände in
unmittelbare Berührung mit dem darin angesammelten flüssigen
Roheisen kommen. In diesem Falle muß das innere Mauerwert
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen