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Mafse, wodurch sie am Voden roh bleibt, während düe darauf fol«
gende Parthie wegen des raschern Heraufsteigen« der hech angesetz-
te» erstern Theile, unverhältnißmäßig stark gaaren muß; die weitere
Folge ist daher ein ungleicher Fcuergang. Die Große dieser Wir-
kung auf dcn Fcuergang wird sich mit der Menge dei Grundfeuch«
tigkeit ändern müssen; im Frühjahre beim Aufthauen dcs gefror«
nen Grundes, bci anhaltendem Ncgen und Hochwafser wird selbe
eine andere seun, als bei trockener Witterung. Vei gleicher Menge
der Grundfeuchtigkeit wird die Größe dieser Wirkung wesentlich von
dem mehr oder weniger lockern Grunde, wie von der Beschaffenheit
des eigentlichen Herdbodcns abhängen. In letzterer Beziehung wird
der Einfluß bci einem Löschboden großer seyn, als bci einem Voden
aus Frischschlacke, oder einer ganzen Bodenplatte. Endlich hängt die
Größe dieser Wirkung wesentlich noch von der Frischmethode selbst
ab; ungleich deutlicher zeigt sich dieselbe bei der Stahlarbeit als bei
der Eisenarbeit; überhaupt je dclicater die Frischarbeit ist, desto
mehr wird man jeden fremden Einfluß auf den Gang des Pro-
zesses wahrnehmen.
Wir können aus Erfahrung anführen, daß der Einfluß der
Grundfeuchtigkeit ein bei weitem größerer ist, als man wohl glauben
möchte, und man soll sich daher bei Anlage eines Frischherdcs von
diesem Einflüsse unabhängig machen. Die Mittel zu diesem Zwecke
sind verschieden, je nachdem man denselben mehr oder weniger voll»
kommen erreichen will. Der erste Schritt dazu ist, daß man bci
der Anlage einer neuen Hütte die Frischfeuer von der Wasserseile
des Gebäudes nach Thunlichkeit entfernt, und überdies selbe durch
einen tiefen unterirdischen Canal davon gleichsam trennt. Je mehr
man ferner mit dem Voden des Frischherdes aus dem umgebenden
Grunde herausfährt, dcsto weniger kann die Grundfeuchtigkeit auf
selben wirken; tiefer als die Hüttensohle soll der Hcrdboden nie ge-
legt werden, wohl aber höher, wobei jedoch auf die Lage der Grund»
oberstäche außerhalb der Hüttensohle ebenfalls Rücksicht zu nehmen
ist. Vei der Herstellung jedes einzelnen Frischfeu») soll man im
einfachsten Falle, wenigstens einen eigene» Herdboden, aus einer
großen Stein- oder Eisenplatte bestehend, auf den Giund legen, wie
bereits bei den gemauerten Herden angeführt wurde. Vollkommen
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen