Page - 267 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 267 -
Text of the Page - 267 -
- 16? —
Richtungen in den Frischherd zu führen, wobei man sich eine voll-
kommenere, über die ganze Herdfiäche gleichmäßiger vertheilte Wir»
kung des Windes vorstellt; ja um ganz die Wirkungsart der alten
Balgengebläse zu erzielen, kann man den durch zwei Düsen zuge«
führten Wind mittelst einer einfachen Vorrichtung abwechselnd wir-
ken lassen, wie in der That eine solche Einrichtung auf einem Werke
der Vereinslänter zu sehen ist. Daß die Wirkung des Windes sich
im Ganzen über eine größere Herdftäche verbreitet, wenn sich der-
selbe von der Form weg nach zwei auseinander laufenden Richtun-
gen vertheilt, kann nicht in Abrede gestellt werden; allein eine an-
dere Frage ist es, ob damit wirtlich für den Frischprezeß etwas ge-
wonnen ist, was um so zweifelhafter erscheint, wenn man bedenkt,
wie verschieden der Wind ohnedies durch die Abprellung desselben
an den regellosen Vorlegen der verschiedenen Kohlenstücke sich ver-
theilen muß, eine Regellosigkeit, die vielleicht nur zu groß wird,
wenn der Wind stoßweise einmal nach der einen, und dann nach
der andern Seite wirkt. Zudem muß der Wirkung des Windes
jedenfalls nachgeholfen werden, was theils durch Viechstangen, theils
durch die Art und Weise des Einschmelzens, theils durch Zuschläge,
theils durch die verschiedene Stärke des Windes u d. m. geschieht,
und es wird am Ende nur darauf ankommen, daß man mit dieser
Nachhülfe in jedem einzelne» Falle richtig vorgeht, um die ge-
wünschte Gleichartigkeit im Schmelzgute zu erreichen. Daraus erklärt
sich, warum man bei vergleichenden Versuchen oder Beobachtungen
auf manchen Hütten bei Giner Düse einen bessern Elfolg erlangt
oder findet, als bei zweien, wahrend man auf andern Fiischwerken
das Gegentheil bestätiget fand, je nachdem die dabei verwendeten
Frischer mit ihren Handgriffen bei Einer oder zweien Düsen zu ar-
beiten gewohnt waren. Für den Aushcizprozeß, der in den meisten
Fällen gleich im Frischfcucr vorgenommen wird, dürfte die bestän-
dige Wirkung eines ununteibrochenen Windstromeö aus Einer oder
aus zwei Düsen jedenfalls entsprechender seyn, als die stoßweiße
Wirkung aus zwei abwechselnd blasenden Düsen, und daher erstere
Einrichtung den Vorzug verdienen. Von der NKndfühlUNH durch
mehr ails Eine Form soll später gehandelt werden.,^l,i
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen