Page - 268 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 268 -
Text of the Page - 268 -
— 268 —
!" Die Größe der Düsenmündung ist bei unsern Frischherden ge-
M)nl!ch zwischen ^ und "/^Zoll Durchmesser, soll sich aber überhaupt
nach der Größe des Frischhertes und dcm Frischverfal'ren richten;
wir werden sie daher bei jeder ciuzelüen Arbeit sonderheitlich kennen
lernen. Dasselbe gilt von der Pressung und Temperatur des Win-
des. Sind zwei Düsen vorhanden, die beide gleichzeitig blasen, so wird
einer jeden tle halbe Mündungsftache ertheilt. Man muß darauf
achten, daß die in richtiger Größe hergestellte Mündung am innern
Nande keine scharfe Kante oder Rauhigkeit hat, damit der Wind«
strahl rein herausströmt. Ueber den innern Nand des Fcrmabbran-
des soll die Mündung der Düse uiemals zu liegen kommen, damit
der vorspringende Theil des Eßeisens, der Formrüssel, einerseits vom
Winde gehörig abgekühlt, nnd anderseits nicht vorn niedergedrückt
werde; gewöhnlich liegt sie '/^ bis 1 Zoll hinter dem innern Rande
des Abbrandes. Wenn zwei Düsen «erHanden sind, laßt man gern
die an der hintern Seite gelegene um '/^ bis '/^ Z°ll weiter vor-
stehen als die vordere, damit die Frischschlacke mehr nach dem Sin-
terblcche getrieben wird; bisweilen findet indessen das Gegentheil
Statt. Die Neigung der Düse wird im Allgemeinen nach der Form-
lage gerichtet, und zwar so, daß die untere Außenseite der konischen
Röhre überall gleichmäßig auf dem Fcrmblatte aufliegt.
ß. 7V. Schon Z. 6« wurde augeführt, daß die Formen meist
aus Kupfer hergestellt, also von Kupferschmieden bezogen weiden,
weil sich die kupferne Form leichter rein erhalten, und nach erfolg-
ter Abnützung wieder leicht rcpariren, abrichten läßt. Mit dem Ab-
richten und Einlegen des Eßeisens wird noch zur Stnnde öfters
lächerliche Geheimnisikramerei getrieben, wodurch sich mancher Ham-
mermeistcr eine Wichtigkeit ;u geben hofft, die er sich außerdem nicht
zu verschaffen weiß. Daher kommt es, daß man in der Gestalt und
Lage des Eßeisens so vi<le Verschiedenheiten trifft, wovon der Grund
oft nicht einzusehen ist. Wir werden diese Verschiedenheiten bei
den einzelnen Frischprozessen genau kennen lernen; hier soll nur
vom Abrichten und Einlegen der Form im Allgemeinen, und im
§»' 81'b«n dem Einflüsse dieser Verschiedenheiten auf ten Gang der
Frischarbeit gehandelt werden. Der Kupferschmied muß das Eßeisen
bis auf dio genaue Gestalt des Formrüssels mit der Mündung fer-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen