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stellte Fenn n mit elner gewöhnlichen Spil^ange l», deren Schaft«-
enden c><l auf dein Voden ruhen und mit einem offenen Spann-
ring c zusammengehalten werden. Indem man nun mit Einem
e^der beiden Füßen auf dett Spannring o tnirt> «ird das Eßeisen
festgehalten, und zugleich befindet man sich mit beiden freien Hän-
den in der entsprechenden Lage, lim des nöthige Nachputzen der
Formmündung vornehmen zu tonnen. Man hat zwei feilen nöthig,
Fig. 25, nämlich eine große .< mit groben Zähnen unv 4? ebenen
Seiten, und eine kleine N mit feinen Zähnen und einer abgerm»?
deten Seite; letztere darf nur eine solche Größe haben, daß may
damit noch bequem durch die Fermmundung fahren, und di« in-
neren Flächen nethigcnfalls nachputzen kann. Mit der groben Feii<
wird der Rand des Formrüssels eben abgefeilt und zugleich in di«
gewünschte Stellung gebracht, d. h. ein lieber-, Unter- oder Seiten»
Maul hergestellt, wenn so gewünscht, oder aber in rechtwinklige
Lage mit dem Formblatte gestellt; die obere Lage controlirt man
durch ein Visiren mit den Augen von verschiedenen Seiten, die
gewünschte Stellung hingegen mit eigenen Nichthaggen «, welche
mit verschiedenen stumpfen oder spitzen und mit einem rechten Win-
kel versehen sind, und durch deren Anlegen man sich von der Stel»
lnng des Mundnngsrandes übeneugen kann. Zuletzt werden mit
der kleinen Feile alle scharfen Kanten und Grate und alle Rauhig,
teilen der Flächen fortgeschafft, damit der Windstrahl rein heraus»
stießt, und die Ansätze «m den Rüssel nicht festhaften können.
Hierauf wird die etwa noch heiß« Foim 4« Wasser gelühlt,. u»d
ist sofort zum Einlegen bereit, «iin««^ «^,,^ «,',,,"> i,,^ .!^<
Soll der Formrüffel abgebogen, z.V^ Mit einem Vug nach
abwärts versehen werden, fe geschieht diej vor dein Abfeilen tzer
Form. Zu dem Ende läßt man den etwas gelocke»t»»l, Eßeiftildom
«och ln der Form, und bringt dkse mit jener äußern Et«Ue dxs
Blattes über eine harte aber nicht zu scharfe Kante (faHi. sie »n,
Eisen ist), an welcher der Vng beginnen soll, «nd läßt mit, ch,c»n
schweren Handhammer auf den vordersten Theil l, des EßMudornS
schlagen; damit dieser aber nicht zu sehr verletzt werde^ kann, maz»
ein Holzstück dazwischen legen. Will man den Vug allmahlig zuneh-
men lassen, so zieht man di« Form nach jedem Schlage etwas zurück.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen