Page - 277 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 277 -
Text of the Page - 277 -
— 279 —
Tab- IV, dargestellten Vomtoi'ser Frischherden. Dort wurde diese
Windführung ?on Arbeitern eingeführt, welche für dieselbe bereits
eingeübt waren. Indessen läßt sich doch nicht behaupten, daß die
daselbst erlangt,« Resultate bei einförmigen Frischfcuern nicht zu
erreichen wären ' ) . ^.»ln
Nm '.'ortheilhaftesten ist die Windführnng durch mehrere neben-
einander liegende Gßeise» unstreitig bei jenen Processen, wo vcr-
hältnißmäsiig eine große Windmenge erforderlich ist, das Einschmel-
zen des Roheisens möglichst rasch betrieben, und das eingcschmolzene
Gut nicht mit der Brechstange vor den Wind geschafft werden kann.
Alle diese Bedingungen finden bei den sogenannten Nafsinir- oder
HarNerrenn-Herden Statt, in welchen das graue Nehcisen vorerst
gereiniget, in weißes, weiches umgestaltet, und dadurch für den
eigentlichen Frischprozeß vorbereitet wird. In England hat man
solche Herde mit 2 bis 4 nebeneinander und ausierdem noch oft
durch eine gleiche Anzahl gegenüber liegenden Formen, schon seit
vtelen Jahren in Anwendung. In den Vcrcinsländern ist bisher
nur Gin solcher Herd in neuester Zeit und zwar in Niederwöl;
gebaut worden, wo zwei nebeneinander gelegte Gßeisen in Anwcn-,
düng stehen. Es ist klar, daß bei diesem Prozesse, wo es sich vor-
zugsweise darum handelt, dcn Wind in vielfältige Verühruug mit
dem eingeschmolzenen Roheisen zu bringen, die Windführung durch
mehrere Eßeisen dieser Vedingung besser entspricht, als dieses bei
Einer Form möglich ist.
Auf der zur Herrschaft Wiescnbcrg in Mähren gehörigen Reiter-
hauer Zeughütte soll man ei»en Frischversuch gemacht haben mit
einer am A lM 9^ Zoll breittn Form, welche abcr 7 ftr sich beste-
hende Ocffnungen hatte, als« gleichsam sieben Formen vorstellte. I«de
dieser Ocffnungen »var ^ Zoll breit und ^ Zoll hoch, die Mitttlwände
! Zoll start; der Rand des 9^ Zoll bnittn E<icisl»z >r>n' bogenförmig,
so zwar, daß dic mittlere Formöffnung am mciste» «onagic. Man soll
dabei in N Ttundcn l i Ccntncr schwere kWe'n'alisgcfsischt/Wd'p^
Centncr Frischcift» nur ?! Kubitfuß wnche "Kohlen gc^n'cht <McW.
Allein bcim zwcitcn Versuche soll bas Frischftuer dcrmass«» in Oluth
sscrathen seyn, daß der Arbeiter außer Stand war, bas N
aus Kupfer gegossenen Form zu hindern,,.^,-,,^ „, ^.^
19
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen