Page - 278 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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Vei den Versuchen in kangenwang nul zwei einander gegen«
iiber liegenden Eßeisen hat man zuerst die Länge des Frischherdes
ven 28 auf 40 Zoll vermehrt, die Brette desselben hingegen mit
19 Zoll belassen. Vei dieser Herdstellung geschah eö aber einigemal,
daß der Dachel unter dem Hammer in der Mitte auseinander fi«l,
zum Beweis, daß die Hitze von einer Form zur andern nicht hin-
reichend war, das Schmelzgut in der Mitte zu einer ganzen Masse
zusammen zu schmelzen. Man ist dann durch Versuche allmählig auf
39 Zoll Herdlänge hcrabgekommen, was bei einförmigen Schwall»
Herden gleichfalls die üblichste Länge bildet, zugleich aber hat man
die Breite des Herdes um etliche Zoll vermehrt, weil sonst das
Ausblechen des Dachcls beschwerlich war. Wegen des Dachelaus'
brechens mußte ferner eine der beiden Formen beweglich seyn, und
doch wieder jedes Mal leicht und fest in die bestimmte Lage ge-
bracht werden können. Man erreichte dies einfach dadurch, daß die
bewegliche Form von gewöhnlicher Gestalt mit einem genau passen-
den gußeisernen Mantel, oder gleichsam mit einer gußeisernen Fcrm
umgeben war, die in der bestimmten Lage fest eingemauert, nur
bis zum Rande des Fonnabbrandes reichte, beim Ausbrechen des
Dachels folglich nickt hinderlich seyn konnte. Vor dem Ausbrechen
des Dachels wurde die bewegliche Form von hinten herausgezogen,
und nach Entfernung derselben der gußeiserne Mantel ncthigenfalls
gereinigt, und die Fcrm mit einem dünnen Thonbrei überzogen,
sofort wieder fest eingesteckt. Vei diesen Frischversuchen, die über
Gin Jahr fortgesetzt wurden, war zugleich ter Ausheizprczeß von,
Frischprozesse getrennt, was die Ursache des um etliche Prozent grö-
ßern Eiscnverbrandes gewesen seyn mag; der Kohlenverbrauch war
etwas kleiner geworden, und die Qualität des erhaltenen Stabeisens
fiel in Weichheit und Gleichförmigkeit bedeutend besser gegen früher
aus. Ter Unternehmer dieser Versuche, Herr Moser, war damals
Pächter des genannten Hammerwerkes, und die nächste Veranlassung
für diese Windführung war sonder Zweifel das Streben nach einer
größern Erzeugung; allein die Erfolge waren von selcher Art, daß
diese Methode wohl verdient der Aufmerksamkeit unserer Eisenhütten-
männer empfohlen zu werden, besonders dann, wenn die weitere
Vearbeitung der Frischstückt in eigenen Herden oder Oefe» und mic
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen