Page - 287 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
Image of the Page - 287 -
Text of the Page - 287 -
derung der Herdtiefe unter der Form nicht mehr weiter getrieben
«erden kann. Die größte Höhe der Seitenwände über der Form
tcmmt bei den Raffinir- oder Hartzerrenn-Herden vor, in welchen
eine Reinigung des Roheisens durch Nmschmclzen vorgenommen wird,
und wobei man in den meisten Fällen wünschen wird, daß das
laffinirte Gut sich im flüssigen Zustande erhalte, um abgestochen
oder in einzelnen Scheiben auögebrochen werden zu können, also
ein recht hitziger Gang beabsichtigt wird. Hierbei beträgt die Hölie
über der Form für die niedrigste Eeitenwand, das ist für jene der
Arbcilseite, 4 bis 6 Zoll und mehr. Dagegen bei den eigentlichen
Frischhcrden beträgt diese Höhe über der Form selten mehr als 2
bis 4 Zoll, weil hierbei aus den vorhin entwickelten Gründen ein
zu hitziger Gang vermieden werden muß. Vci jenen Frischprozcs«
sen, die sich nur eines gußeisernen Frischbodens bedienen, kann die
Tiefe des Herdes nur durch ein Ueberlegen des Vodens geändert
werden, was nur im ausgekühlten Zustande des Herdes zu bewerk-
stelligen ist, und dieserwcgrn nicht zu oft vorgenommen werden darf.
Vei je>»n Frischarbciten hmgegen, die mit einem Lösch- oder Tchwall-
Voden manipuliren, kann die Tiefe des Herdes für jedes einzelne
Schmelzgut, und theilweise selbst während des Prozesses abgeändert
werden: ja diese Aenderungen erfolgen oft gegen den Willen des
Arbeiters, und er muß daher auf diesen Umstand sehr aufmnksam
seyn.
Eine stärkere Neigung der Form muß nahe dieselbe Wirkung
wie ein flacherer Herd hervorbringen. Man wird sich dieses Mittels
zur Vezweckung eines Gaarganges um so öfter bedienen, weil man
mit dein flachen Herdbau eine gewisse Gränze nicht überschreiten
darf, damit der nöthige Naum zum Ansammeln des Schmelzgutes
unter der Form übrig bleibt. Horizontal liegende Eßeiscn sind eine
Seltenheit, am öftesten beträgt die Neigung derselben 5 bis 15
Grad, steigt jedoch in einzelnen Fällen über 20 Grad. Ihre noth-
wendige Vegränzung findet die Formnelgung in dem Nmstande,
daß bei einer großen Neigung die Hitze zu sehr auf den Frischbo-
den wirkt, diesen daher angreift, und zwar um so eher, je flacher
der Herd gebaut ist. Die größte Neigung, verbunden mit einer sta-
chen Herdgrube wird deßhalb dann zulässig seyn, wenn der Hcrdbc-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen