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aber l'ierdurch eine Erhitzung und endlich selbst ein Sckincl;en te>.
Formabbrandes eintreten konnte, darf man das Eßeisen nicht ;»
sehr uirück^ishen. Ein beträchtliches Neberliegen muf; also umgekel,ri
zu einem hitzigen, weniger schlackigen Gang beitragen, was sich
in der That bestätigt; allein ein ;u großes Ilebelliegcn ist wieder
bei der Arbeit, absonderlich beim Ausbrechen det Schmelzguteshin-
derlich. Das größte Ncberliegen findet man !n Steiermark, wo es
sebr gewöhnlich 6 Zoll beträgt; sonst trifft man am öftesten 3 bis
4V, Zoll. Damit bei einem kleinen Neberliegen der Fornulbbrand
incht so leicht angegriffen wird, neigt man denselben etw.is in den
Herd, oder was noch wirksamer ist, man läßt ihn rückwärts frei,
damit er von kalter Luft bestrichen werden kann; auch hohle Ab»
bränder mit Waffer- oder Luft-Kühlung findet man, namentlich
bei den englischen Naffinir - Herden.
Eine Erweiterung der Düsen kann nur in so fern einen Gaar-
gaug bezwecken, als dadurch gleichzeitig eine Schwächung des Win-
deö in seiner Pressung geschieht. In diesem Falle muß die Erwei-
terung der Düse denselben Erfolg bezwecken, wie eine Vergrößerung
des Fermauges, wovon schon gehandelt wurde.
Daß endlich ein kalter Wind, im Pergleiche mit erhitztem,
den Gaargang befördert, liegt in dein Nmstande, daß die erhitzte
Gebläseluft einen hitzigern, die kalte somit einen kältern Gang
verursacht, Dieser Einfluß ist sehr merklich, und bei der Herdstcl-
lung wohl zu berücksichtigen. Will man beim Gebrauche der erhitz-
ten Luft für den Frischpro^eß nahe dieselben Verhältnisse wieder
herstellen, wie sie bei kalter kuft waren, so muß man im Verhältnisse
der Erhitzung weniger Windpreffung und weitere Düsen« und Form»
Mündungen anwenden, ««l») 5iwi Dn« ^l,i?^,'v,< ,1,1^
Daß bei der VerftlfthunL hergegebenen NchetftNsorte, durch
rln langsames Einschmelzen desselben, durch ein tiefes, öfteres Ab«
steche« d« Frischschlacte und den Gebrauch vieler gaarer Zuschläge
und grob« leichter Kohlen, ein Gaargang bezweckt wird, braucht
laum n^her Erklärt zu werten. Durch das tiefe uud ofte Abstechen
der Fnschschlacke, welche bei ihrer Einwirkung auf das niedcrschmel-
zende Äewisc» an Eisengehalt (Gaare) verliert, wird einerseits dem
Wiudstrcm mehr Gelegenheit verschafft, seine energische Wirkung
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen