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Ausschmieden der Gisenstäbe unter dem Hammer abgehauen
werten; die unter dem Zerrennhammer abgehauenen Enden
weiden in der Regel sogleich in das Zerrennfeucr ziirückgcwcr-
fen. Wölfe nennt man jene Eiscnstabe, die bei», Ausschmie-
, den zu beträchtliche Unganzen erhalten, als daß sie durch
einzelne Schweißhitzen ganz gemacht werden könnten; sie müs-
sen daher wieder eingeschmolzcn werden. Unter altem Eisen
sind hier solche aus Eisen gefertigte unterschiedliche Artikel
zu verstehen, welche durch deren Verwendung zur Nnbrauch-
barteit abgenützt, wieder eingeschmolzen werden müssen. Wo
man altes Eisen ;u einem Preise haben kann, der von jenem
des Roheisens nicht sehr verschieden ist, wird es von den Frisch-
hültcn gern angekauft. Vei solchen Ankäufen muß berück-
sichtigt werden, daß das alte Eisen um so weniger werth ist,
in je dünnern und mehr verrosteten Stücken es vorkommt;
»nd bei dem Verarbeiten desselben muß darauf geachtet wer«
den, cb nicht etwa gclöthete Stücke darunter sind, weil da-
durch (L> 21) ein brüchiges Eisen erzeugt winde.
Nnter die gewöhnlichen Zuschläge kann noch das Wasser, mit
dem da^ Feuer öfter begossen, und bei manchen Frischprozesscn selbst
der Herdboden für die Frischarbeit vorbereitet werden muß, gcrech«
nct werden. Der nächste Zweck des Nebertühlens, wie das Ve-
gießen dek im Feuer befindlichen Kohlen genannt wird, ist zwar
nur u»n die äußere Hitze zu mäßigen, und das Verbrennen der Koh«
len an der Oberfläche des Feuers zu hindern; allein mehr oder we-
niger trifft diese Abkühlung auch das cinzuschmelzende Gut, und
wirkt d«dmch auf ,in, langsames Einschmelzen, auf einen Gaar»
gang. Von ungleich größerem Einflüsse auf den Gang des Feuers
ist jedoch das Wässern des Feuers, worunter man bei Anwen-
dung eines Lösch- oder Schwallbcdens das Vegieße» dcöselkcn mit
Wasser versteht, was beim Zurichten des Herdes »«r he,» .jedesma-
ligen beginnen einer Frischung geschieht. Je mehr Wasser hierbei
in den Herd gegossen wird (bisweilen bringt man V4 biö '/»Eimer
«oll hiwein, oft weniger oder gar nichts), desto früher erstarrt das
zuerst miedergeschmclzcne Gut, desto höher muß sich der daraus ge-
bildete, g.iare Frischbcden ansetzen, desto gaarer wird der Gang des
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen