Page - 296 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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darauf folgenden Frischcns, und zwar in einem sehr merkbare« Grade.
Vei einem hohl gelegten gußeisernen Herdbcden der deutschen Frisch«
arbeit ist die periodisch angewandte Wasserkühlung gleichfalls von
nicht unwesentlichem Einflüsse.
Zu den außngewöhnlichcn Zuschlägen gehören diejenigen, wel-
che nur in besondrsn Fällen in Anwendung kommen. Solche Zu-
schläge sind:
1./Quarz (Kieselstein) und Thon. Diese werden bei den Eisen-
frischfcucrn selten, öfter bei den Nohstahlfeuern in Anwendung
! gebracht. Man bezweckt dadurch die schnelle Viltung einer
sperren, rolM, dünnflüssigen Schlacke, die einen roheren Gang
verursacht. Vei der Stahlarbeit ist eine dünnflüssige, rohere
Schlacke ein nothwendiges Erfcrderniß, und läßt sich durch
andere Mittel oft nicht schnell genug hervorbringen. Der
Quarz wird meist im gepochten Zustande, oder an dessen
Stelle quarziger Sand gebraucht. Gan; ähnlich wie der Quarz
wirket der Thon, welchen man in Gestalt von zerkleinerten
Ziegclstücken anwendet; oder gewöhnlicher bildet man sich aus
Thon und Wasser einen dünnen Brei, ein Lehmschleeder,
mit welchem die Kohlen anstatt mit purem Wasser begossen
werden, und wobei man zugleich den Zweck verbindet, d.'s
Verbrennen der Kohlen an der Oberfläche des Feuers auf
eine wirtsamere Art zu vermindern, als dies beim Ucberküh»
len mit reinem Wasser möglich ist. Das Schlccdern kommt
deßhalb auch bci Eisenftischfcucrn sehr häufig vor; es verur-
sacht aber bei starkem Gebrauche immer eine flüssige, rohe
Schlacke. Ilebrigens soll man zur Unterlassung einer beträcht-
lichen Vcrschlackung des Eisens diese Zuschläge nach Thun»
lichkcit ucnneiren, sich zur Bildung einer rohcrn Schlacke an-
derer Mittel bedienen. In der Negel genügt cö, wenn man
durch rascheres Einschmelzen des Roheisens oder Hineinwerfen
von kleinen Nohciscnstücken einen rohcrn Gang hervorruft, der
dann von selbst eine rohere Schlacke nach sich zieht; oder
mau sticht die zu gaare Schlacke ab, und bringt dafür Noh-
schlacke in das Feuer.
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen