Page - 310 - in Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden - in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
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ten, damit der ganze Schwallbcden frei und an jeder Stelle der
benöthigten Reparatur zugänglich wird. Metallische« Eisen darf »ach
ausgebrochcnem Schmel^ stücke durchaus keines am Schwallboden
haftend zurückgelassen, sondern alles muß sorgfältig weggebrochcn
werden, wenn man sich nicht der hcliern Gefahr aussetzen will,
laß das "Uebel beim nächsten Dachel schon bedeutend größer, und
endlich so arg wird, taß man des Schmelzstück kaum aus dem Herde
zu schaffen vermag, und den gangen Schwallboden ausuibrcchen
genöthlgt ist. Wenn ein starkes Wässern erforderlich wird, soll man
zur Beschleunigung der beabsichtigten Abkühlung des Schallbodens
das eingegosscne Wasser mit dem Zerrennhaggcl in den aufgelösten
Schwallbodcn einrühren; weil hierbei aber bisweilen ein Schlagen
(Erplcdircn) der flüssigen Schlacke eintritt, muß man sich mit dem
Körper in einer durch das Essengemäuer gegen mögliche Beschädigung
geschützten Stellung halten. Das Wasser wird hierbei niemals in
die Mitte des Herdes, sondern stets an den Abbräudcrn hineingegos-
sen, und zu dem Ende die Lösche früher von dem beireffenden Ab.
brande herdangemacht, damit das Wasser um so besser auf den
Boden gelangen kann. Am öftesten geschieh! das Eingießen des
Wassers am Formabbrand, weil der Schwallboden gewöhn ich vor
der Form am meisten leidet^ bisweilen wird das Wässern am Form-
und Wolf-Abbrand vorgenommen, wobei vorerst die eine, und nach
Beendigung derselben die andere Seite in gleicher Weise behandelt
wird. Dadurch, daß das Eingießen des Wassers an den Abbrändern
geschieht, gelangt nicht nur das Wasser besser zum Voden, sondern
zugleich werden die Abbränder abgekühlt, was um so mehr noth-
wendig ist, wenn dieselben nach dem Ausbrechen des Dachcls glü-
hend erscheinen. Zur Kühlung der Abbräuder, besonders des Form-
abbrands, wird im Falle kein Wässern erforderlich ist, wenigstens
befeuchtete tösche dahin geschafft, nachdem selbe von der glühenden
Lösche und den sonstigen Ansahen befreit worden sind.
Eine nachthciligc Erhöhung des Schwallbcdens findet ungleich
seltener Statt als das Gegentheil, kann überhaupt nur bei einem
trockenen und zugleich kalten Oange eintreten. Die Hülfsmittel da-
gegen bestehen in Nntcrlassung des Wasserus, in der sogleichen Ver-
stärkung des Windes und in der Vermeidung des Aufgebens eise»-
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen