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auch das regelmäßige Nachsitzen der Kohlen, und verursachet an den
Rändern das nachtheiligc Sengen ').
Es wäre daher zu wünschen, daß man bei diesem Roheisen
ebenfalls die Gänze- oder Striezelform von 7 bis 8 Zoll Breite
einführen möchte, was keine so großen Schwierigkeiten hätte, be-
sonders dann, wenn man sich bei den Floßöfcn statt des Sandbet-
tes der gußeisernen Formen bedienen wollte, wodurch zugleich aller
anklebende Sand vermieden würde. And würde man zugleich trach-
ten, diesc Gänze möglichst dünn zu machen, so könnte man dann
zugleich nach Wunsch zwei cdcr mehrere Stücke von gewähltem Vruch-
ansehen übereinander gelegt einschmelzen.
Bezüglich des Vrcnnmaterialcs, der Holzkohlen, gilt bei der
Schwallardcit alles das, was im Vorausgegangenen schon im Allge-
meinen angeführt worden ist. Ncberall wendet man bei uns Koh-
len aus Nadelhölzern an, nur bisweilen wird ein kleiner Antheil
Buchen- oder Eichcnkohlcn im vermengten Zustande mit zur An-
wendung gebracht.
ß. yt t . Vei den verschiedenen Arbeiten eines Schwallfrisch:
fcucrs können wir am füglichsten folgende fünf Abtheilungen ,na.
chcn: die jedesmalige Vorbereitung des Herdes bei Veginn einer
neuen DachMildung, den Ausheizprozcs,, die Bildung des Zcrrenn-
odcr Frischbodcns, das eigentliche Zerrennen oder Frischen, und das
Z«i oder Nachzerrcnnen. Wir wollen nun jede dieser Arbeiten für
sich betrachten.
Wenn der Herd sich im kalten Zustande befindet, wie da5 im
Anfange der erstcn Wochcnschicht, oder nach vorgenommener Haupt
reparatur des Feuers jedesmal der Fall ist, so pstegt man den Herd
bis auf den Schwallbodcn auszuräumen, und zur Beseitigung aller
größern Brocken die ausgeräumte Lösche mit der Grubcnreutcr zu
reinigen. Die abgesonderten Brocken aus Kohlen, Schwall und
Das Sengen tritt jedesmal ein, wenn trockene, lleine K»hlen nebst Lust Mit
start erh,ytc,i! E,sen in Verukruna, kommen, ßs findet dabei einerseits eine
Auinahme von KoM« und anderseits eine OfNdation dc« durch Aufnahme von
Kohle lcichtssüüiqcr unü darum »roylbar gemachte» <5,scns Gtatt, wodurch
strahlende Funte» vo» verbrennendem Eisen gebildet werden, die <edcm Ham-
merarbcitcr unter dcr gemeinen Benennung Schwaben bekannt sin».
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen